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Hinterland Windpark-Pacht könnte Kita-Gebühren senken
Landkreis Hinterland Windpark-Pacht könnte Kita-Gebühren senken
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16:23 27.06.2017
Drei Windräder auf dem Stocksol könnte laut Bürgermeister rund 100.000 Euro pro Jahr in die Gemeindekasse spülen. Quelle: Andreas Senftleben / pixelio.de
Angelburg

„Die Bürger erwarten von ­einem Bürgermeister Initiative“, sagt er, „und das ist jetzt ­eine persönliche Initiative von mir.“ Die Gemeindevertretung, so sein Wunsch, soll den ­
 Gemeindevorstand in dieser 
Woche beauftragen, mit einem Projektentwicklungsunternehmen einen Vertrag zu Entwicklung, Bau und Betrieb von Windenergieanlagen auf dem Stocksol vorzubereiten.

Der Antrag sieht bereits einige Regelungen für das Konzept vor. Alle Kosten für Entwicklung und Bau trägt der Projektierer. Zudem soll er verpflichtet werden, 50 Prozent des Windparks an die Lahn-Dill-Bergland Energie GmbH zu verkaufen, an der die Gemeinde Angelburg mit fünf Prozent beteiligt ist.

Bürgermeister rechnet mit 140.000 Euro Einnahme

Klare Regelungen finden sich außerdem zu den Zahlungen, die an die Gemeinde Angelburg gehen. In den ersten zehn Jahren sollen es mindestens sieben Prozent der Windenergieerträge sein, mindestens aber 35.000 Euro jährlich. In den folgenden zehn Jahren mindestens neun Prozent der Windenergieerträge, mindestens aber 45.000 Euro jährlich. Der wichtigste Punkt ist aber für Beck: „Ich habe mir auf die Fahnen geschrieben, die Familienfreundlichkeit in Angelburg im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten zu erhöhen.“ Durch die Pachtzahlungen an die Gemeinde sollen Eltern von einem Teil der Gebühren für Kindergartenplätze befreit werden.

„Ich will nicht mit Zauberzahlen agieren“, erklärt Beck. Er veranschlagt 35.000 Euro pro Jahr pro Anlage und plant deren drei. „Das sind, von dem, was man so hört, realistische Werte“, sagt der Angelburger Bürgermeister. Das macht dann gut 100.000 Euro.
Das jährliche Gebührenaufkommen der beiden Kitas in der Gemeinde liegt laut Beck bei 140.000 Euro. Bei Einnahmen aus regenerativen Energien würde Beck die Gebühren gern halbieren. Die Eltern hätten also nur noch 70.000 Euro zu zahlen.

Beck: Bürger erwarten 
von Politik eine Antwort

Aber: „Wir haben ja nicht nur Familien“, sagt Beck. Daher schwebt ihm vor, die restlichen knapp 30.000 Euro für Jugendliche, Senioren, das Ehrenamt und die Straßen auszugeben. Was das letzte Drittel der Einnahmen angehe, müsse die Gemeinde immer die Haushaltskonsolidierung im Blick behalten. Auf jeden Fall solle der ­Gemeindevorstand jährlich der Gemeindevertretung vorschlagen, wofür der Restbetrag verwendet werden soll.

„Die Idee passt in die Zeit“, erklärt Beck. Bei seinen täglichen Begegnungen in Angelburg ­habe er bemerkt, dass die Bürger von politischer Seite ­eine Antwort erwarten, ob auf dem Gebiet ein Windpark entsteht. Wenn die Gemeindevertretung in der nahenden Abstimmung Ja zu dem Vorschlag sagt, will er sich in den nächsten Wochen mit Thomas Reuter von der Lahn-Dill-Bergland GmbH in Ruhe die Vorschläge der vier Interessenten anhören. Im Parlament könne dann im August eine Entscheidung fallen.

von Hartmut Bünger