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Bündnis sammelt fleißig weiter

Uniklinikum Marburg Bündnis sammelt fleißig weiter

Das Engagement gegen den Stellenabbau am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) reißt nicht ab: Knapp 1400 neue Unterschriften wurden am Samstag gesammelt.

Marburg. Der Stellenabbau am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) lässt in der Region kaum jemanden kalt. Richtig kalt war es allerdings am Samstag als zahlreiche Unterstützer des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“ in der Marburger Innenstadt unter dem Motto „Jetzt erst recht! Wir sammeln weiter Unterschriften!“ an mehr als neun Orten auf Bürger und Passanten zugingen und um Unterstützung warben. Rund 1400 neue Unterschriften standen am Ende der Aktion auf der Liste.

Wichtig war den Beteiligten an diesem kalten Tag vor allem die Botschaft: Das Bündnis ist keineswegs eingefroren, es möchte weiterhin der Landesregierung und der Rhön-Klinikum AG Beine machen. Dafür waren als Vertreter der Beschäftigten der Betriebsrat des Uniklinikums Marburg, die Ärzte-Organisation Notruf 113, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Marburg, weitere Gewerkschaften wie die GEW und Mitglieder von politischen Parteien aller Lager von SPD, Grüne, Linke, und Piraten bis hin zur CDU in der Marburger Innenstadt unterwegs.

Hauptthemen waren schleichender Stellenabbau, unsichere Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsverdichtung am Klinikum. Dabei gab es laut Bündnis fast durchgängig Kritik an der vor sechs Jahren vom Land Hessen organisierten Privatisierung der Kliniken und Unverständnis gegenüber dem aktuellen Verhalten der Landesregierung.

Die „Aktivisten“ waren nach eigenen Angaben auch nach der neuerlichen Sammelaktion am Samstag fest entschlossen weiter zu machen und ihr Anliegen den Verantwortlichen in Wiesbaden, allen voran Ministerpräsident Volker Bouffier, so lange darzulegen und vorzutragen, bis sie angehört werden. „Eine Landesregierung muss sich auch dem Unmut einer Region stellen“, betonte Bettina Böttcher überwältigt von der Welle der Solidarität.

Nun hofft die Betriebsratsvorsitzende des UKGM in Marburg, dass sich die Landesregierung ihrer Verantwortung stellt. Einen ersten Schritt macht am Freitag, 2. November, Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, die an der UKGM-Betriebsversammlung teilnimmt.

„Wir hatten zwar eigentlich Ministerpräsident Volker Bouffier eingeladen, damit er sich den Fragen der Beschäftigten stellt, er hat aber absagen lassen und Eva Kühne-Hörmann vorgeschickt“, berichtete Böttcher, die wie ihre Kollegen von der Ministerin Antworten zur Beschäftigungssicherung, dem Rückkehrrecht sowie der Sicherstellung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung hören will. Des Weiteren will der UKGM-Betriebsrat Bouffier ab sofort monatlich einladen, selbst gegenüber den Mitarbeitern Stellung zu beziehen. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten zum Spielball der Interessen von Landesregierung und Rhön-Geschäftsführung werden“, empört sich die Betriebsratsvorsitzende. Das müsse auch die Politik irgendwann einsehen.

von Katharina Kaufmann

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