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Hinterland Bündnis plant Kundgebung auf Markt
Landkreis Hinterland Bündnis plant Kundgebung auf Markt
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17:43 26.06.2012
Ein Schild mit der Forderung „Rückkauf jetzt“ hängt an einer der Eingangstüren zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg.Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Nach der großen Resonanz auf das erste „gesundheitspolitische Montagsgebet“ in der Elisabethkirche vorgestern waren gut 100 Menschen geblieben, um gemeinsam zu überlegen, wie man gemeinsam weitermachen will - weitermachen im Nachdenken um ethische Grundsätze in der Gesundheitspolitik, weitermachen im Nachdenken über Alternativen zur privaten Betreiberform, weitermachen in gemeinsamen Gesprächen über die Zukunft des Universitätsklinikums.

So zahlreich waren die Teilnehmer in der Kirche geblieben, dass sich Dekan Burkhard zur Nieden spontan zu einem gewagten Vergleich hinreißen ließ: „Ich fühle mich ein wenig wie unser Bundespräsident vor ein paar Dekaden.“

Auch wenn die Stimmung in Marburg nicht ansatzweise zu vergleichen ist mit der revolutionären Stimmung in der damaligen DDR im Jahr 1989: Spätestens seit Montag ist klar, dass die Marburger nicht aufhören werden, sich in die Debatten um das Klinikum und das Gesundheitswesen einzumischen. So macht ein Telefonanruf eines „bekannten Landespolitikers“ im Nachhinein Sinn, von dem zur Nieden während des Montagsgebets berichtet hatte: Der Anrufer hatte sich die Einmischung der Kirche verbeten.

Die nämlich versteht sich nicht als Versammlung von Gläubigen evangelischer Konfession, die eine Haltung zum Klinikum haben, sondern als ein Sammelbecken aller Menschen, die Kritik am gegenwärtigen Zustand haben - egal ob gläubig oder nicht.

Eine Reihe von Medizinern hatte während der Nachbetrachtung deutlich gemacht, wie wohltuend es sei, zu merken, dass man auf den Lahnbergen nicht allein sei, sondern unter vielen Gleichgesinnten in der Stadt und in der Region.

So werden die „gesundheitspolitischen Montagsgebete“ weiter fortgeführt werden - zunächst jeden Montag, und zunächst wie vorgestern mit Reden „Zur Sache“ und mit einem liturgischen Rahmenprogramm.

Die nächste Gelegenheit, sich in die Auseinandersetzung um das Klinikum einzumischen, besteht aber bereits am Freitag: Ein breites Bündnis, bestehend aus dem Dekan des Fachbereichs Medizin Professor Matthias Rothmund, der Universitätspräsidentin Professorin Katharina Krause, Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel, dem UKGM-Betriebsrat mit seiner Vorsitzenden Bettina Böttcher, der Ärzte-Initiative „Notruf 113“ und dem Bündnis „Für unser Klinikum“, ruft für Freitag zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz auf.

Als Redner ist unter anderem Oberbürgermeister Egon Vaupel vorgesehen, der die Eröffnungsrede halten soll. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr und soll so beendet sein, dass die Stadtverordneten rechtzeitig ihre monatliche Sitzung (ab 17 Uhr im Stadtverordnetensitzungssaal) erreichen.

Auch die Studierenden des Fachbereichs Medizin werden sich mit einer eigenen Aktion an der Kundgebung beteiligen. Die Veranstalter wollen mit der Aktion ihrer Forderung nach einer Rückführung des Klinikums in eine gemeinnützige Betriebsform Nachdruck verleihen.

Unterdessen hat sich der SPD-Unterbezirk Marburg-Biedenkopf zum Thema Zukunft des Uniklinikums Gießen und Marburg positioniert. In einem Beschluss des Vorstands der heimischen Sozialdemokraten heißt es: „Die SPD Marburg-Biedenkopf erwartet, dass das Land ein Rückkaufangebot einfordert und zu einem angemessenen Preis annimmt. Angemessen wäre ein Preis, der in etwa der Summe von Kaufpreis und vorhandener Kapitaleinlage und einem Teil der Investitionen entspricht. Die Finanzierung durch das Land ist leistbar.“

Der Vorstand des mittelhessischen Regionalmanagements „MitteHessen“ erwartet, dass zeitnah Lösungen gefunden werden, die der Bedeutung der Hochschulmedizin in Mittelhessen Rechnung tragen. „Wir unterstützen das Land darin, alle Optionen zu prüfen, die sicherstellen, dass die hohe Qualität in der Krankenversorgung wie in der Forschung und Lehre aufrecht erhalten werden“, so das achtköpfige Gremium, in dem Wirtschaft, Politik und Wissenschaft vertreten sind. Der Vorsitzende, Regierungspräsident Dr. Lars Witteck (CDU), ergänzte: „Wir haben die Verantwortung, jetzt und für die Zukunft dafür zu sorgen, dass die Krankenversorgung in den Kliniken weiterhin auf einem hohen Niveau betrieben werden kann und zugleich die unterstützende Funktion des Klinikums, für die Forschung und Lehre gesichert wird.“

von Till Conrad

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