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Gericht hört Telefonat des Angeklagten

Messerstecherprozess Gericht hört Telefonat des Angeklagten

Der 32-Jährige aus Aßlar, der versucht haben soll in Buchenau den geschiedenen Ehemann seiner Ex-Freundin zu erstechen, hat am Tag nach der Tat einer weiteren ehemaligen Partnerin davon erzählt.

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Vor Gericht wurden nun Polizisten gehört.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Marburg. Wie die Frau am Freitag berichtete, war sie mit dem verheirateten ­Angeklagten zeitweise gleichzeitig wie die Frau des Opfers ­liiert. Und wie diese auch berichtet hatte, habe sie immer wieder Schluss gemacht, weil es Streit gab. So habe er ihr zum Beispiel verboten, sich mit Freundinnen zu treffen und sei dabei auch handgreiflich geworden. Ende 2016 habe sie die Beziehung endgültig beendet.

Am 20. Februar dieses Jahres habe er sie angerufen, um sich zu verabschieden und ihr vom Vorabend erzählt. Eine Aufzeichnung dieses Gesprächs wurde während der Verhandlung abgespielt. Darin sagte der Angeklagte, nach Buchenau gefahren zu sein, um sich mit der Frau zu versöhnen. Mit seinem Schlüssel sei er in die Wohnung und habe das Paar erwischt. „Sie war nackt und er halbnackt“. Die beiden hatten dagegen berichtet, sich bis dahin lediglich der Oberteile entledigt zu ­haben.

„Zu 90 Prozent der Angeklagte“

Während das 23-jährige Opfer berichtete, vom Angeklagten angegriffen worden zu sein, schilderte dieser, der sich im Prozess noch nicht äußerte, im Telefonat, sich nur verteidigt zu haben. Trotzdem, so sagte er, rechne er mit drei bis vier Jahren Gefängnis, „und wenn er stirbt, 10 bis 15 Jahre, deshalb will ich mich verabschieden“. Angeklagt ist er wegen gefährlicher Körperverletzung, weil er trotz anfänglicher Tötungsabsicht von dem Opfer abließ und ging.

Vernommen wurden auch mehrere Polizisten. Alle berichteten, dass die 24-jährige Buchenauerin und ihr Ex-Mann zunächst kaum Angaben machen wollten. Der blutende Mann, der auf der Straße auf sie wartete, wollte nicht einmal den Tatort nennen. Die Frau habe auch zunächst geblockt, dann aber doch gesagt, dass es wohl zu 90 Prozent der Angeklagte war.

Während des Einsatzes, so berichtete eine Polizistin, habe die Schwiegermutter des Opfers, die auch im Haus wohnt, vom Täter mehrere Textnachrichten bekommen, in denen er betonte, dass er der Frau einen Heiratsantrag machen wollte. „Und dann habe ich sie zusammen mit einem anderen Mann im Bett erwischt.“

  • Der Prozess wird am 1. November fortgesetzt.

von Heiko Krause

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