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Brautleute sind Botschafter fürs Fest

Gladenbach Brautleute sind Botschafter fürs Fest

Gladenbach startet die Werbeoffensive für das Jubiläumsjahr. Einen Überblick über das vielfältige Programm gibt ein druckfrischer Flyer mit vielen Gladenbach-typischen Elementen.

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Ein Hochzeitspaar wie gemalt: Katharina Happel und Viktor Sebö  werben im Flyer fürs Stadtjubiläum.

Quelle: Tobias Hirsch

Gladenbach. Bunt und modern ist sie, die gedruckte Werbebotschaft, und sie wird doch den historischen Ereignissen gerecht.

Immerhin feiern die Gladenbacher gleich vier Jubiläen: 775 Jahre Gladenbach, 75 Jahre Stadtrechte, 175 Jahre Kirschenmarkt und 20 Jahre Europaschule.

War zur Jubiläumsfeier vor 25 Jahren noch die Burg Blankenstein als Symbol für die Festlichkeiten auserkoren, so ziert diesmal das Hotel Spies die städtischen Werbeträger, nicht nur die erste Seite des Flyers, sondern in Kürze auch Gladenbachs Ortseingangstafeln.

Die Wahl fiel auf „Spiese“, weil das Haus zu den markantesten historischen Gebäuden der Kernstadt zählt. Und im alten Stadtkern, der Marktstraße, dem alten Marktplatz, der Straße „An der Martinskirche“ und im Kirchgarten findet im August die Zentralveranstaltung statt.
Das älteste Gebäude Gladenbachs, die Martinskirche, ist bereits zu Ehren gekommen: Sie ist auf den eigens geprägten Jubiläumsmünzen abgebildet.

Eine Aufnahme der Marktstraße aus den 1920er-Jahren ist auf der ersten Aufschlagseite des Flyers zu sehen. Ein Hingucker der besonderen Art ist aber das Gladenbacher Hochzeitspaar, dargestellt von Katharina Happel und Viktor Sebö. Als feststand, ein Pärchen in heimischer Tracht abzubilden, waren die Verantwortlichen der Volkstanz- und Trachtengruppe Gladenbach gleich Feuer und Flamme. Bei der Übungsstunde einer Tanzgruppe wurden drei junge Frauen ausgeguckt, die für den schmal geschnittenen Anzug aus dem Fundus des Vereins infrage kamen.

„Damals wurde wohl nicht so viel gegessen wie heute, die jungen Frauen hatten deshalb nicht viel auf den Rippen“, vermutet Rosemarie Tröster. Katharina Happel passte der Hochzeitsanzug perfekt. Der16-Jährigen zur Seite stand beim Fototermin im Haus des Gastes Viktor Sebö. Auf den 21-Jährigen fiel die Wahl unter anderem, weil er von der Größe her zur Braut passt. Beide übten ihre ersten Tanzschritte im Alter von drei Jahren in der Kindergruppe von Rosel Tröster. Beim aufwändigen Ankleiden der Braut fürs Foto führte der Mornshäuser Jürgen Homberger Regie.

Er ist unter anderem Beisitzer im Vorstand der Hessischen Volkskunstgilde und dort auch in einer Tanzgruppe aktiv. Homberger kennt sich bei den heimischen Trachten bestens aus  Fürs Ausstaffieren der Braut hat te er einige wichtige Accessoires aus seinem Fundus mit im Gepäck – schließlich sollte alles perfekt aussehen.

Er erklärt, dass die Frauen früher eine solche festliche Tracht von der Konfirmation an trugen, später zweimal im Jahr zum Abendmahl und zur Hochzeit. „Diese Tracht begleitete die Frauen zu allen wichtigen Ereignissen, bis in den Tod. Denn auch im Sarg lagen sie so angekleidet“, erklärt Jürgen Homberger.

Am Hochzeitstag gab es eine wichtige Veränderung: „Hatte die Braut bis dahin ihre Jungfräulichkeit bewahrt, lag an diesem Ehrentag über der weißen Abendmahlshaube das Brautkränzchen“, beschreibt der Mornshäuser Experte. Das bestand aus künstlichen Blumen sowie weiterem Zierrat und war mit langen geblümten Seidenbändern bestickt, die bis zum Rocksaum reichten.
Zu sehen ist das „Brautpaar“ voraussichtlich in einem Hochzeitszug, der am 11. August entlang der Festmeile ziehen wird. Das Gladenbacher Festprogramm wird am Freitag, 30. März, mit einer Fotoausstellung im Haus des Gastes beginnen. Sie trägt den Titel „Kirschenköniginnen seit 1950. Für die musikalische Ouvertüre sorgt am 31. März ab 19 Uhr, ebenfalls im Haus des Gastes, die Junge Marburger Philharmonie mit einem Konzert. Weil es um die Geschichte der Stadt geht, soll auch an diese erinnert werden. Deshalb wird der Heimat- und Museumsverein Amt Blankenstein am 23. Juni ein bereits seit zwei Jahren in Arbeit befindliches Buch präsentieren. „Es erinnert an die wichtigsten Ereignisse seit dem jüngsten Stadtjubiläum vor 25 Jahren, beleuchtet die Geschichte der Stadtrechte und unseres Kirschenmarktes“, berichtete die Vorsitzende des Heimatvereins, Marion Lange. Den Festvortrag zum Thema „Jubiläumsfeiern und lokale Identifikation“ hält der Marburger Professor Siegfried Becker.

Der Kirschenmarkt geht vom 28. Juni bis 1. Juli in gewohnter Weise vonstatten. Erweitert wird das Programm des Jubiläumswochenendes im August: Am 10. August, heißt es „Freitags in Gladenbach“. In Erweiterung der Konzertreihe „Donnerstags in Gladenbach“ soll an diesem Tag ab 18 Uhr auf dem Marktplatz eine offizielle Begrüßung mit Fassanstich erfolgen. Zur Musik der „Toolboxx“ wird heiße Fleischwurst mit Kartoffelsalat angeboten. Im Anschluss soll bis 24 Uhr die Gruppe „On Line“ aufspielen. Auch das Programm für den folgenden Samstag nimmt Konturen an. 33 Vereine und Organisationen werden sich von 10 bis 18 Uhr entlang der Festmeile präsentieren. Sie zieht sich von der Aktionsbühne – unterhalb der Apotheke Baum – bis zur Einmündung Bahnhofstraße. Und nun steht auch fest, dass der Kirchgarten mit einbezogen werden kann.

Am Sonntag, 12. August, soll ab 10 Uhr in der Martinskirche ein Gottesdienst stattfinden. Anschließend sind die Besucher zum gemeinsamen Brunch im Kirchgarten eingeladen. Die Stable Sound Jazzband sorgt für musikalische Unterhaltung.

von Hartmut Berge

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