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Brandstifterin steht erneut vor Gericht

Feuerserie Brandstifterin steht erneut vor Gericht

Vor dem Marburger Schöffengericht steht am Mittwoch eine einschlägig vorbestrafte 52-Jährige, der vorgeworfen wird, im vergangenen Jahr einen Imbisswagen im Biedenkopfer Stadtteil Eckelshausen angezündet zu haben.

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Im Biedenkopfer Stadtteil Eckelshausen wurde mehrfach gezündelt. Für die vorerst letzte Brandstiftung muss sich eine 52-Jährige vor dem Amtsgericht Marburg verantworten.

Quelle: Nadine Weigel

Eckelshausen. Ins Marburger Amtsgericht wird die Angeklagte direkt aus der Haftanstalt vorgeführt. Dort ist sie seit der Biedenkopfer Amtsgerichtsdirektor Mirko Schulte sie aufgrund der ihr vorgeworfenen Tat wegen Wiederholungsgefahr anordnete.

Die jetzt 52-Jährige soll am späten Abend des 12. Septembers 2011 auf einem ehemaligen Tankstellengelände in der Marburger Straße des Biedenkopfer Stadtteils einen Imbisswagen in Brand gesetzt haben. Die hintere Wand des auf Holzböcken stehenden Imbisswagens brannte schon lichterloh, als Anwohner gegen 22 Uhr das Feuer bemerkten.

Die herbeigerufene Feuerwehr löschte das Feuer schnell und verhinderte so ein Übergreifen der Flammen auf zwei Gasflaschen, die in einem Metallkasten lagerten.

Die Kriminalpolizei begann noch in der Nacht mit den Ermittlungen, die schließlich kurz darauf zur Festnahme der laut damaligem Polizeibericht „einschlägig in Erscheinung getretenen“ Tatverdächtigen führten. Diese stand tags drauf vor dem Haftrichter und ist seitdem in Haft. Der Schaden an dem Imbisswagen betrug laut Polizei rund 5000 Euro. Der Angeklagten wird neben der Brandstiftung laut Gerichtssprecherin Marité Dilling-Friedel auch noch vorgeworfen, zumindest „billigend in Kauf genommen zu haben“, dass bei einer Explosion der Gasflaschen ein in der Nachbarschaft stehendes Haus beschädigt wurde. Dies geschah in der Kürze der Zeit jedoch nicht, da die Flaschen mit Sicherheitsventilen ausgestattet waren, fügt Dilling-Friedel an.

Der Brand im September 2011 war in Eckelshausen der letzte einer Reihe von Brandstiftungen, die seit dem Jahr 2000 die Bewohner des Biedenkopfer Stadtteiles beunruhigten, deren Verursacher aber nie festgestellt wurde. Es brannten Fahrzeuge, Wohnwagen, Kühlschränke, Holzstapel, einen Scheune, ein Gebäude und eine Garage.

Erst im Jahr 2006 erhärtete sich der Verdacht gegen die damals 46-jährige Frau, die dann wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt wurde.

Zwei Jahre später lautete das Urteil auf zwei Jahre Haft wegen weiterer Brandstiftungen, 2008 hatte ein Auto in der Straße „Im Wiesenhof“ gebrannt.

Im Jahr 2010 ging eine Garage in Flammen auf. Die Frau befand sich in einer „Reststrafenbewährung“ und kam in Untersuchungshaft, das Verfahren vor dem Landgericht wurde allerdings nicht eröffnet, weil ein Sachverständiger nicht ausschließen konnte, dass ein Transistorradio das Feuer auslöste.

Die Verhandlung beginnt heute um 9 Uhr in Raum 154 des Marburger Amtsgerichts. Vorsitzende Richterin ist Nadine Bernshausen.

von Gianfranco Fain

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