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Brandherd unter dem Feuerwehrdach

Förderverein Brandherd unter dem Feuerwehrdach

Nicht mehr beim Wehrverein um Unterstützung 
bitten und betteln wollen
 die Kirchverser Aktiven. 
Sie gründeten einen 
Förderverein, dessen 
 Vorsitzender laut Satzung der Wehrführer ist.

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Nach Unstimmigkeiten mit dem Unterstützerverein entsteht in Kirchvers eine neue Fördergemeinschaft.

Quelle: Gianfranco Fain, Julia Brinkmann

Kirchvers. Ein Riss geht durch die Kirchverser Kameradschaft. Dessen Ende ist noch nicht abzusehen. Der Ursprung liegt offensichtlich in der Amtszeit des ehemaligen Wehrführers Christoph Abel und fand einen Höhepunkt mit dessen Rücktritt.

Gegenspieler war und ist ­Ulrich Bernhardt, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Denn die Differenzen aus den Vorjahren wirken auch unter Abels Nachfolger nach. Wehrführer Norbert Groß bestätigt: „Ja, der Konflikt schwelt schon länger.“ Der Feuerwehrverein lasse die Aktiven am langen Arm zappeln, unternehme lieber Vereinsfahrten, statt die Einsatzabteilung zu fördern. Außerdem gebe es keine Haushaltspläne, aus denen hervorgehe, welche Förderung in den jeweiligen Jahren für die Aktiven gedacht seien.

Spind-Kauf geriet zum Streitpunkt

Weil eine Einigung mit dem alten Verein laut Groß „nicht möglich war“, gründete sich am 23. September der „Förderverein Freiwillige Feuerwehr Kirchvers“. Dieser hat mittlerweile 16 Mitglieder und laut Satzung als Vorsitzenden den Wehrführer. Somit hat dieser direkten Einfluss auf die Förderung. Zudem erklärte der Wehrführer für die Einsatzabteilung, ab sofort kein Geld mehr vom Feuerwehrverein anzunehmen. Das gab dessen ­
Vorsitzender Bernhardt vorige­ Woche während der Jahreshauptversammlung bekannt.

Dieses Jahr sollte es 1000 Euro für die Aktiven geben. Der Feuerwehrverein finanziert sich hauptsächlich aus dem 15 Euro betragenden Beitrag der bis vor kurzem noch 147 Mitglieder. Hinzu kommen Erlöse aus Veranstaltungen. Für die Unterstützung der Mitglieder bei solchen Aktivitäten gebe es zum Dank Zuschüsse zu Feiern und Fahrten, erklärt Bernhardt. Der Verein habe zum Beispiel auch eine „Technik-Fahrt“ nur für Mitglieder der Einsatzabteilung finanziert.

„Der Feuerwehr-Führung passte einfach nicht, dass der Verein nicht das machte, was sie wollte“, sagt Vereinsvorsitzender Bernhardt. Streitpunkt war zum Beispiel vor wenigen Jahren der Kauf neuer Spinde. Die Wehrführung suchte welche aus, die 4500 Euro kosten sollten. Der Förderverein holte Angebote ein, wartete laut Bernhardt auf einen günstigen Zeitpunkt und tätigte den Kauf im Folgejahr für 1500 Euro.

Scharmützel um Beamer und Bekleidung

Das stimme zwar, sei aber doch nicht ganz richtig, sagt Christoph Abel, in dessen Amtszeit der Kauf fiel. Denn: „Bernhardt sagt nicht die ganze Wahrheit. „Es gab zwar keine Notlage, aber der Bedarf an neuen Spinden war da, weil neue Mitglieder kamen und eine Anpassung an aktuelle Anforderungen erfolgen sollte.

Der Verein habe genug Geld gehabt, dennoch seien ihm 4500 Euro zu viel gewesen. Während der Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Beschaffung sei ein weiteres ­Angebot, das über 1500 Euro, hereingekommen. „Dieses war nicht absehbar und die Spinde nicht die, die wir haben wollten“, erklärt Abel.

Weitere Scharmützel gab es beispielsweise wegen des Kaufs eines Beamers oder von Bekleidung. Da habe er „gebremst“, weil die Poloshirts „der Feuerwehr nicht würdig waren“, sagt Abel. Er trat sein Amt mit dem Ziel an, die Kirchverser Wehr umzustrukturieren. Doch die Ziele wurden „unterschiedlich wahrgenommen“, was Abel dazu bewegte, sich im Jahr 2016 nicht wieder als Wehrführer zur Wahl zu stellen. Er ist nun bei der Feuerwehr in Wetzlar tätig.

Bernhardt sagt zu den Vorwürfen, dass der Feuerwehrverein nur eine kleine Ortswehr unterstützt. Der Kirchverser gibt denn auch die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht auf. „Wir sind zu ­Gesprächen bereit“, sagt er. Diese werde es geben, weil momentan „was in Klärung ist“. Von oder mit wem, will er noch nicht verraten.

von Gianfranco Fain

 
 
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