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Blauer Blitz ist nicht zu stoppen

Ford-Oldtimer Blauer Blitz ist nicht zu stoppen

Vor 36 Jahren fand Günter Drexler einen 52er Weltkugeltaunus auf ­einem Schrottplatz. Am Samstag war sein Auto ­eines von 110 Ford-Oldtimern, die um 12 Uhr beim Autozentrum Acker in Biedenkopf haltmachten.

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Günter Drexler aus Linden nahm am Samstag an der Ausfahrt der Alt-Ford-Freunde teil. Start war am Ford Autozentrum Biedenkopf in Marburg. Um 12 Uhr machten 110 Oldtimer-Fahrer ­
Station am Ford Autozentrum in Biedenkopf.
Fotos: Hoffsteter (3),Privatfoto

Für 150 Mark hatte der aus Linden stammende Günter Drexler einen Weltkugeltaunus erstanden. Der Rost an der Karosserie sowie eine kaputte Kupplung und ein defekter Auspuff waren für den Karosseriebauer Ansporn, etwas Besonderes sein Eigen zu nennen. In diesem Jahr wird das Auto 60 Jahre alt und fährt und fährt. Am Samstag fuhr es sogar durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Um 9 Uhr war Start in Marburg, um 12 Uhr machten die Alt-Ford-Freunde (AFF) mit 110 Oldtimern eine Pause beim Autozentrum Acker in Biedenkopf. Für Drexler war es quasi ein Heimspiel. Eine lange Anfahrt hatte er aus Linden nicht.

An staunende Gesichter ist Drexler längst gewöhnt, wenn er mit seinem blau-weißen Weltkugeltaunus unterwegs ist. Bei Tankstopps bleibt oft Zeit für ein „Schwätzchen“ mit Bewunderern. Die Fahrt mit dem 52-er Ford „ist aber nicht so ohne“. Komfort gibt es nicht, dafür aber Fahrspaß. Drexler möchte seinen Oldtimer, den er liebevoll restauriert hat, nicht mehr missen. Reparaturen gestalten sich nach dem Brand im Ford-Ersatzteillager 1977 schwierig. Nur mit gegenseitiger Hilfe der Oldtimerfans könne man diese Hürde nehmen. Hat sein Ford einen Defekt, verbringt Drexler viele Stunden am Telefon, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, um ein geeignetes Ersatzteil zu finden.

Reparaturen seien bei den alten Autos anders als bei den Neuwagen. So habe er zum Beispiel während einer Ausfahrt des Vereins AFF bei einem befreundeten Mitglied eine „Schnellreparatur“ vorgenommen. Das Getriebe hatte sich ausgehängt. Mit dem Draht eines Sektkorkens hat Drexler den Schaden behoben, und der Teilnehmer konnte unbesorgt die Tour weiterfahren. „Das wäre heute undenkbar“, sagt Drexler.

Seine Frau bezeichnet er im Hinblick auf sein Hobby als geduldig, die beiden erwachsenen Kinder haben sich mit dem „Fordverrückten“ arrangiert.

Seine erste Oldtimerveranstaltung hat Drexler 1978 besucht. Dort war er als geduldeter Youngtimer mit seinem „Blauen Blitz“ am Start. Doch die Freude über das neue Hobby hielt nicht lang. Das Getriebe und die Gangschaltung brachten den Lindener oft zum Verzweifeln. Deshalb wurde der „Blaue Blitz“ erst einmal abgestellt.

Nach der Teilnahme an einer weiteren Ausfahrt mit den Alt-Ford-Freunden stand für Drexler fest: Sein Ford musste wieder auf die Straße. Seitdem hat er kein Treffen versäumt und jede Menge Spaß mit Gleichgesinnten.

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