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"Bisherige Miet-Interessenten überzeugen mich nicht"

Gutenberg-Center "Bisherige Miet-Interessenten überzeugen mich nicht"

Im Interview mit der OP äußert sich Peter Ahrens, Inhaber des größten Kaufhauses in der Region, zu den neuen Plänen für die Innenstadt-Entwicklung in Marburg.

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Kaufhaus-Inhaber Peter Ahrens: „Dass Projektentwickler häufig vorgeben, über große Nachfrage und Interesse von namhaften
Filialisten zu verfügen, gehört zum Geschäft.“

Quelle: Katharina Kaufmann

Marburg. OP: Wie bewerten Sie die aktuellen Pläne für das Gutenberg-Center?

Peter Ahrens: Die jetzt durch die OP bekannt gewordenen aktuellen Pläne ergeben großen Sinn und sind sicherlich für die Universität eine gute Lösung. Wenn das Ministerium mitzieht, kann man der Präsidentin nur gratulieren. Die zeitliche Bau-Realisierung für das Center wird dadurch aber nicht beschleunigt, sondern verzögert sich eher, denn Voraussetzung ist ja der Ersatzbau für das Savigny-Haus auf dem Brauereigelände. Die Planung dort ist erst in einem frühen Anfangsstadium und braucht sicherlich zur Realisierung noch drei Jahre. Vorläufig ist auch die Frage unterirdischer Parkplätze und ihrer Dimension auf dem entstehenden Universitäts-Campus bis hin zur Stadthalle noch nicht geklärt. Es gibt dazu viele Ideen, mit vielen Diskussionen aber noch keine Entscheidungen.

OP: Sehen Sie im neuen Center eine größere Konkurrenz als bislang für Ihr Unternehmen und die Innenstadt, da sich in der Mieterstruktur ein noch größerer Schwerpunkt auf das Textil-Segment abzeichnet?

Ahrens: An der entstehenden Wettbewerbssituation durch das Gutenberg-Center hat sich unserer Einschätzung nach nichts geändert. Es bleibt durch Entscheidung des Magistrates bei 12 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, so dass die Geschäftswelt der Oberstadt, das Schlossberg-Center und Ahrens keine einschneidenden Nachteile, aber natürlich Wettbewerb, zu erwarten haben. Im Gegenteil: Das Gutenberg Center - so es denn kommt - wird den Standort Innenstadt stärken und aufwerten. Das ist unverändert mein Standpunkt. Inwieweit es Tenkhoff gelingt, einen interessanten Mietermix in das Center zu bringen, bleibt abzuwarten. Das ist natürlich zwingende Voraussetzung für den Erfolg. Wie man in anderen Centern wie Gießen oder Bad Homburg sieht, gelingt das nicht immer und häufig entstehen Leerstände. Wir bei Ahrens sind jedenfalls in unserer neuen Struktur und unserer Markenvielfalt ab Herbst bestens vorbereitet und werden Maßstäbe für die gesamte Region setzen.

OP: Erwägen Sie selbst, Flächen im neuen Center anzumieten?

Ahrens: Wir werden ganz sicher keinen Quadratmeter anmieten. Das überlassen wir gern anderen. Wir sind ja in unserer neuen Struktur mit 13 500 Quadratmetern Verkaufsfläche selbst eine Art Center mit größtmöglicher eigener Fachkompetenz und in Verbindung mit interessanten Mietpartnern.

OP: Der Investor Joachim Tenkhoff hat öffentlich in einem Gespräch mit Einzelhändlern in Marburg einmal Hennes & Mauritz als einen der möglichen Anker-Mieter genannt. Haben Sie denn Signale von ihrem Partner erhalten, dass H&M den Standort bei Ihnen in der oberen Gutenbergstraße aufgibt?

Ahrens: Dass Projektentwickler häufig vorgeben, über große Nachfrage und Interesse von namhaften Filialisten zu verfügen, gehört zum Geschäft. Außerdem benötigt ein Center Anker-Mieter und eine gute Vorvermietungsquote, um überhaupt finanzierbar zu sein. Soweit ich sehen kann, fühlt sich H&M am jetzigen Standort in unserer Immobilie sehr wohl, und soweit ich die Situation kenne, läuft der Laden wie geschmiert. Die Darstellung von H&M nach außen ist am jetzigen Standort besser möglich als in einem geschlossenen Center. Die darüber hinaus bekannt gewordenen Miet-Interessenten überzeugen mich bisher nicht.

Reaktionen und Meinungen weiterer Marburger Geschäftsleute zu den Center-Plänen lesen Sie in der Montagausgabe der OP.

von Christoph Linne

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