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Hinterland Biologisch abbaubar: Wohnen Massivholz-Haus
Landkreis Hinterland Biologisch abbaubar: Wohnen Massivholz-Haus
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17:56 06.03.2012
Bauherr Nils Hahmann (links) und Marcus Wagner von esendo an einer der Außenwände des Hauses aus unbehandeltem Massivholz. Quelle: Böttcher
Amöneburg

Der Kern des Hauses der Firma "esendo" besteht aus unbehandeltem Holz. Bretter werden dabei wahlweise mit Aluminiumnägeln oder sogar metallfrei mit Holzschrauben zu massiven Tafelwänden verbunden. Die Verarbeitung kreuzweise in mehreren Lagen kommt ohne Leim oder andere Chemikalien aus. Im Innenbereich kommen Lehm-Trockenbauplatten zum Einsatz, die mit Lehm- oder Tonputzen versehen werden.

Das Haus in Amöneburg lassen Kathrin und Nils Hahmann bauen. Schon seine Mutter habe als Architektin Holzhäuser gebaut und so sei das für ihn auch favorisiert gewesen, erzählt der Bauherr. "Nachdem wir über ein Jahr hin- und her gerechnet haben, hat sich herausgestellt, dass es hinhaut", ist er sich im Blick auf die Kosten gegenüber einem Steinhaus sicher. Bei gleicher Dämmung kann das Massivholzhaus kostenmäßig mit dem Steinhaus mithalten. Hahmann findet es spannend, so zu bauen und gegenüber der Ständerbauweise sei man frei in der Gestaltung.

"Wenn ich in dem Haus noch ein Fenster benötige, gehe ich mit der Kettensäge her und schneide es hinein", scherzt der zukünftige Hausherr. Der Baustoff Lehm in den Innenräumen dient einerseits als guter Wärmespeicher, sorgt aber gleichzeitig für schadstoffbefreite Luft und konstante Luftfeuchtigkeitswerte.

Die massiven Holzwände, in Stärken von elf bis 34 Zentimetern, haben eingefräste Nuten als Installationsebene und bieten Schutz vor Elektrosmog und dämpfen den Schall ab.

Die Außendämmung besteht aus Holzweichfaserplatten und wird mit einem mineralischen Putz oder wahlweise mit Holzverschalungen aus Douglasie oder Lärche versehen. Die Dachkonstruktion wird von der Firma als klassische Variante mit Sparrendach und ökologischer Zwischensparrendämmung oder als massive Variante angeboten.

Dabei wird leimfreies Brettsperrholz verwendet, das wahlweise mit Lehmbauplatten verkleidet wird. Die Aufdachdämmung erfolgt mit Holzweichfaserplatten und Abschirmvlies zur Elektrosmogabschirmung.

Neben den bereits genannten Vorteilen gegenüber der herkömmlichen Bauweise bietet diese Art eine kurze Bauzeit. "Je nach Aufbauvariante beträgt die Bauzeit zwei bis drei Monate ab der Fertigstellung der Bodenplatte", sagt der Firmeninhaber Marcus Wagner. Der Aufbau des Rohbaus dauert nur drei bis vier Tage.

Informationen unter www.esendo.de Der Rohbau kann in Amöneburg am Römerhof 16 besichtigt werden.

von Klaus Böttcher