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Hinterland Biedenkopfs Kulturreferent geht
Landkreis Hinterland Biedenkopfs Kulturreferent geht
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18:15 02.10.2018
Seit gut einem Jahr verantwortet Frank Johannes Wölfl die städtische Kulturarbeit in Biedenkopf. Aber nur noch bis zum Jahresende. Quelle: Susan Abbe
Biedenkopf

Erst vor gut einem Jahr hatte Frank Johannes Wölfl seinen Dienst in Biedenkopf angetreten. Als Nachfolger der langjährigen Kulturreferentin Birgit Simmler kam der damals 47-jährige Diplom-Kulturwissenschaftler aus Baden-Württemberg ins Hinterland. Zuvor hatte er als leitender Disponent am Theater in Baden-Baden gearbeitet. In Biedenkopf übernahm er die Verantwortung für die städtische Kulturarbeit.

Ein Schwerpunkt war dabei die Leitung der Schlossfestspiele 2018: Auf dem Programm stand die Wiederaufnahme des Musicals „Die Hatzfeldt“, das 2017 unter Regie von Simmler Premiere in Biedenkopf hatte. Wölfl übernahm die Wiederaufnahme-Regie für das Stück. Parallel dazu nahm der neue Festspiel-Leiter erstmals ein Kindermusical ins Programm: Bei „Ritter Rost und das Gespenst“ führte er ebenfalls Regie.

Der Einstieg für „den Neuen“ war dabei nicht ganz leicht. Der Kartenverkauf für „Die Hatzfeldt“ verlief 2018 deutlich schleppender als im Vorjahr. Und „Ritter Rost“ musste sich erst warm laufen. Nach der Premiere sprach sich indes schnell herum, dass das bunte Musical bei Kindern und Eltern gut ankommt. Der Kartenverkauf zog deutlich an; die letzte der fünf Vorstellungen war restlos ausverkauft.

Unterschiedliche Resonanz für Projekte

Darüber hinaus hat Wölfl im Verlauf des Jahres zahlreiche andere Projekte angestoßen: Die Einrichtung des Kulturfundus am Marktplatz und der Erfolg beim Landeswettbewerb „Ab in die Mitte“ gehören dazu. Aktionstage, bei denen das ehrenamtliche Engagement der Bürger auf dem Marktplatz gefragt war, stießen auf weniger Resonanz.

Aber Veranstaltungen mit verschiedenen Partnern im Kulturfundus und auf dem Marktplatz – etwa das „Meet and Eat“ vor wenigen Wochen, Workshops für Kinder und Jugendliche oder Ausstellungen in Zusammenarbeit mit dem Verein Bid-Kultur – sind gut angekommen. Eingebunden waren Wölfl und sein Kulturteam zudem in die Vorbereitung des Biedenkopfer Stadtfestes.

Beide Seiten schweigen über Hintergründe

Was nun dazu geführt hat, dass der Kulturreferent nach nur gut einem Jahr geht, darüber haben die Stadt Biedenkopf und Wölfl Stillschweigen vereinbart. „Im gegenseitigen Einvernehmen“ sei vereinbart worden, „die Zusammenarbeit zum 31.12.2018 zu beenden“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt lediglich. Die Stadt bedanke sich bei Wölfl für die Zusammenarbeit und wünsche ihm beruflich und persönlich für seine Zukunft alles Gute.

Mehr wollen Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) und Wölfl zu dem Thema auch auf Nachfrage nicht sagen. Die Frage, wohin ihn die Reise von Biedenkopf aus führen wird, lässt Wölfl im Augenblick ebenfalls offen. Es gebe zwar Pläne, wie diese aussehen, könne er derzeit aber nicht sagen.

Thiemig: Kultur behält hohen Stellenwert

Wichtiger sei im Augenblick, dass er bis zum Jahresende seinen Vertrag in Biedenkopf „voll und ganz erfüllen werde“, erklärt der Noch-Kulturreferent. Alle geplanten Veranstaltungen würden selbstverständlich stattfinden. Auf dem Programm stehen unter anderem Lesungen mit Stephan Thome (Dienstag, 16. Oktober, 19 Uhr im Rathaussaal) und Wladimir Kaminer (Dienstag, 23. Oktober, 19 Uhr im Rathaussaal) und ein Poetry Slam mit Florian Cieslik (Sonntag 21. Oktober, 19 Uhr im Kulturfundus).

Wie es dann ab Januar 2019 um die Kulturarbeit in Biedenkopf bestellt sein wird, ist derzeit noch offen. Bürgermeister Thiemig betont, dass Kulturarbeit auch in Zukunft einen hohen Stellenwert haben werde. Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Wölfl soll es demnach geben. Die Nachbesetzung der Stelle werde derzeit vorbereitet, so Thiemig.

Die Frage, wie es mit den Schlossfestspielen weitergeht, ließ Thiemig indes unbeantwortet. Spruchreife Pläne für 2019 gebe es noch nicht. Zumal im kommenden Jahr der Grenzgang ansteht. Deshalb sei sowieso überlegt worden, die Festspiele 2019 eher klein zu fahren. Was genau stattfindet, werde letztlich auch von der Personalfrage – sprich: vom Nachfolger oder der Nachfolgerin Wölfls – abhängen.

von Susan Abbe