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Bäume finden keinen Halt mehr

Fällarbeiten Bäume finden keinen Halt mehr

Revierförster Andreas Platt sorgt sich um die Standsicherheit einiger Bäume im Schlosswald. Deshalb werden einige in der Zeit vom 9. bis 20. April gefällt.

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Das Sturmtief „Friederike“ riss die Alteiche samt Wurzeln aus dem Boden, weil der Baum ein zurückgebildetes Wurzelwerk hat.

Quelle: Andreas Platt

Biedenkopf. „Faulstellen und teilweise bereits hohle Stammfüße führen dazu, dass die ­Verkehrssicherheit entlang des Rundweges im Schlosswald und der angrenzenden bebauten Grundstücke nicht mehr gewährleistet ist“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Biedenkopf. Bäume mit starkem Totholzanteil in den Baumkronen müssen im Zuge der Waldarbeiten ebenfalls gefällt werden.

Gefährlich werde es insbesondere, wenn Regen und Sturm gemeinsam oder zumindest in zeitlicher Nähe auftreten. Falls die Böden aufgeweicht sind und kräftiger Wind weht, sei die Gefahr besonders groß, dass Bäume umstürzen, erklärt Revierförster Andreas Platt. Als Beispiel nennt er eine Eiche, die vor wenigen Wochen beim Sturmtief „Friederike“ umgestürzt ist und ein angrenzendes Gebäude beschädigt hat.

Platt: Schaden sieht man dem Baum nicht an

Teilweise seien die Wurzeln aufgrund des hohen Alters und wegen der Verhältnisse­ am Standort derart rückgebildet, dass sie nicht mehr ausreichend Halt fänden. Dies sehe man den Bäumen von außen nicht immer an, was es schwierig mache vorherzusehen, welcher Baum umfallen könnte, erklärte Platt.

Eine Fachfirma wird die ­Arbeiten ausführen. Während des Holzeinschlags wird der Rundweg gesperrt. Laut Lothar Achenbach, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt, wurde auch diskutiert, ob weitere Arbeiten notwendig sind, um die Verkehrssicherheit im Schlosswald zu gewährleisten – insbesondere auf den zahlreichen unbefestigten Fußpfaden.

Ein Gebäudedach auf einem Grundstück entlang des Rundwegs im Schlosswald wurde beschädigt, weil ein Baum keinen Halt mehr hatte. Foto: Andreas Platt

Bei einem Ortstermin mit Forstamtsleiter Dr. Lars Wagner machten sich die Magistratsmitglieder selbst ein Bild – und entschieden schließlich, dass die Fußpfade im Schlosswald nicht weiter gepflegt und unterhalten werden sollen. Der hohe Aufwand für die Arbeiten und die damit verbundenen Kosten seien auf Dauer nicht tragbar, sagt Lothar Achenbach. Positiver Nebeneffekt dieser Entscheidung ist laut Wagner, dass das hohe Artenvorkommen im Schlosswald, besonders der Vogelwelt und der auf alte Eichen spezialisierten Insekten und Pilze, mit der Entscheidung gefördert wird. Dies sei auch der Grund, warum einige gefällte Eichenstämme künftig als Totholz im Wald liegen bleiben.

Die Untere Naturschutzbehörde hatte weitreichende Folgen der Fällungen für den Artenschutz und den ökologischen Zustand des Schlosswaldes befürchtet. Die Behörde bat darum, eine Reihe von Punkten zu beachten. Dazu gehörte der Wunsch, die bestehenden Fußpfade nicht weiter zu unterhalten.

Für die Stadt ist ein wichtiges Ziel, dass Menschen am Schlossberg Erholung finden.

von Hartmut Bünger

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