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Beweismangel bringt 54-Jährigem Freispruch

Unteschlagung Beweismangel bringt 54-Jährigem Freispruch

Mit einem Freispruch mangels Beweisen endete gestern vor dem Marburger Amtsgericht ein Verfahren gegen einen 54-Jährigen aus dem Südkreis, dem die Staatsanwaltschaft Unterschlagung vorgeworfen hatte.

Marburg. Laut Anklage arbeitete der Mann bis März 2011 als selbstständiger Handelsvertreter für die Gießener Niederlassung eines Herstellers von Haushaltsgeräten. Bei der Übergabe von Kommissionsware sei festgestellt worden, dass Waren im Wert von mehr als 4000 Euro fehlten. Am Ende der Verhandlung forderte Oberstaatsanwalt Gert-Holger Willanzheimer jedoch Freispruch. Seiner Ansicht nach spreche zwar einiges dafür, dass der Angeklagte einen Dampfreiniger, ein Bügeleisen, einen Staubsaugeraufsatz, sowie zahlreiches Zubehör an sich genommen, und verkauft habe, zumal er mehrfach einschlägig vorbestraft sei, gleichwohl beweisen lasse es sich nicht.

Der 54-Jährige gab an, sich wegen einer psychischen Erkrankung in dieser Zeit nicht ausreichend um seine Geschäfte gekümmert zu haben. Die Kommissionswaren habe er bei einem Bekannten in dessen Wohnhaus gelagert. Er selbst sei bei der Übergabe nicht anwesend gewesen. Wer die Geräte weggenommen habe, darüber könne er nur spekulieren, den Hausbesitzer, mit dem er den Lagerbestand in den Hausflur gestellt habe, wolle er nicht öffentlich verdächtigen. Die Tür zum Lager sei nicht verschlossen gewesen und es habe reger Besucherverkehr geherrscht.

Der Leiter der Gießener Niederlassung berichtete als Zeuge, dass die Abholung erst nach zahlreichen Mahnschreiben und der Androhung einer Strafanzeige im Juni 2011 zustande gekommen sei. Von dem Angeklagten habe er seitdem nichts gehört, erst jetzt habe er telefonisch angeboten, die fehlenden Gegenstände zu bezahlen.

Er stehe dafür ein, nicht aufgepasst zu haben, beteuerte der Angeklagte. Er wisse, dass er selbst viel zum „Grau“ beigetragen habe, sagte er zu einer Äußerung des Vorsitzenden, Richter Dominik Best. Dieser hatte betont, dass dem Mann die Unterschlagung letztendlich nicht nachzuweisen sei: „Ein bisschen was bleibt im Bereich dunkelgrau, so weit, dass wir an den schwarzen Zielpunkt kommen, dafür reicht es nicht“.

Sowohl Best, als auch Willanzheimer verzichteten auf weitere Zeugen, weil auch sie kein Licht ins Dunkel bringen würden.

von Heiko Krause

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