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Bewährungsstrafe für Messerstecher von Gladenbach

Amtsgericht Bewährungsstrafe für Messerstecher von Gladenbach

Für einen Messerstich in die Brust eines Mannes während einer Feier in einem Vereinsheim nahe des alten Gladenbacher Bahnhofs wurden zwei Jahre Haft verhängt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind.

Marburg. Am Abend des 3. September eskalierte während einer privaten Feier in Gladenbach ein Streit derart, dass ein Mann durch einen Messerstich in die Brust verletzt wurde. Das Marburger Amtsgericht verurteilte einen 41-jährigen Stadtallendorfer am Mittwoch zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Grundlage dieses Urteils waren verfahrensvereinfachende Absprachen. Wie Richterin Nadine Bernshausen berichtete, sei dem Angeklagten im Falle eines Geständnisses eben diese Höchststrafe zugesagt worden.

Zur Sache äußerte sich der Angeklagte nicht. Über seine Anwälte ließ er mitteilen, dass alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stimmten. Demnach hat der Stadtallendorfer bei der Feier im Haus des Oberhessischen Gebirgsvereins gegen 23 Uhr versucht, mit einer jungen Frau anzubändeln und beleidigte dabei deren Lebensgefährten. Als die Frau ihn zurückwies, habe er sie umgestoßen und sie mindestens einmal getreten.

Dann sei ihr Lebensgefährte hinzugekommen. Mehrere Menschen hätten versucht zu schlichen, der Angeklagte habe jedoch wild um sich geschlagen und dabei einen Mann verletzt. Zuletzt habe er noch eine Frau geschlagen und deren Bruder schließlich ein Messer in die Brust gestoßen. Laut Attest musste der Mann reanimiert und notoperiert werden und mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Es sei ein Glück, dass keine bleibenden Schäden entstanden seien, so die Staatsanwältin. Der Stich hatte die linke Herzkammer gestreift.

Es tue ihm sehr leid, beteuerte der Angeklagte. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er bisher nicht als Gewalttäter auffiel. Zwar wurde er vor Kurzem vom Amtsgericht Gießen verurteilt, weil er seine Exfreundin misshandelt und mit einem Messer bedroht hatte. Dieses Urteil sei jedoch nach der Tat ergangen und sei deshalb nicht einzubeziehen, erklärte Bernshausen.

Opfer verzichtet auf Schmerzensgeld

Positiv sei auch, dass der Angeklagte einen Ausgleich mit dem Opfer gesucht habe, das er als Freund bezeichnete. Wie der Verteidiger berichtete, hätten sich die Männer in der Kanzlei getroffen. Für den Geschädigten sei die Sache erledigt, er wolle kein Schmerzensgeld. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt, als Auflage muss der Stadtallendorfer 1200 Euro an den Opferverein „Weißer Ring“ zahlen. Die Verteidigung hatte zu bedenken gegeben, dass auf den Mann durch die Krankenkasse noch hohe Forderungen zukommen.

von Heiko Krause

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