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Hinterland Bewährungsstrafe für "Kick" in der Öffentlichkeit
Landkreis Hinterland Bewährungsstrafe für "Kick" in der Öffentlichkeit
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18:43 26.03.2012
Marburg

Richter Cai Adrian Boesken verurteilte gestern vor dem Marburger Jugendschöffengericht einen 28-jährigen Mann aus dem Hinterland zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Alle vier Punkte der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sah Boesken als erwiesen an.

Demnach machte sich der Handwerker vom 14. Juni bis zum 25. August des vergangenen Jahres in zwei Fällen des sexuellen Missbrauchs an Kindern und in einem Fall der exhibitionistischen Handlung schuldig. Zusätzlich verstieß er vom März bis zum September mit dem Besitz eines Schlagringes gegen das Waffengesetz. Diesen fand er nach eigener Aussage zufällig und behielt ihn. Dabei sei ihm der Gesetzesverstoß durchaus bewusst gewesen.

Drei der vier Anklagepunkte gestand der Mann in seiner Einlassung in vollem Umfang ein. Die Gefahr bei einer sexuellen Handlung beobachtet zu werden, habe ihm "den Kick" gegeben, ergänzte er auf Nachfrage von Boesken.

Den Vorwurf sich am 25. August in der Nähe des Waldschwimmbads in Gegenwart zweier mittlerweile 10- und 13-jähriger Mädchen mit entblößtem Glied befriedigt zu haben, wies er aber energisch zurück. Er habe eines der Mädchen lediglich aufgefordert nicht im Wald zu urinieren.

Durch die Aussagen der beiden Schülerinnen und einer Kriminalpolizistin kam das Gericht jedoch zu anderer Überzeugung. Der verheiratete Mann filmte demnach eines der Mädchen beim Urinieren und wandte sich anschließend der damals 9-Jährigen zu, um sich an seinem nackten Geschlechtsteil zu "manipulieren", wie Richter Boesken es ausdrückte.

Eine Fahrradfahrerin versetzte der einschlägig Vorbestrafte am 14. Juni in "Angst und Schrecken" als er ihr in seinem Fahrzeug auf einer Landstraße begegnete, anhielt um sich zu bei entblößtem Geschlechtsteil zu befriedigen, erneut in sein Auto stieg, sie überholte, wieder anhielt und seinen Penis entblößte. Dabei kam es nach Überzeugung des Gerichts auch zum Erguss.

14 Tage später kam es wieder zu einem Vorfall. Am 28. Juni näherte er sich in seinem Auto vier Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren, die seiner Einschätzung nach "junge Frauen" waren. In seinem Auto habe er erneut seinen Penis ergriffen und sich befriedigt.

Als er sich bewusst wurde, dass sein Hang zu solchen Taten nicht der Norm entspreche, offenbarte er sich seiner Ehefrau, die ihn dazu animierte sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Seit September des vergangenen Jahres unterzieht er sich daher einer entsprechenden Therapie und nimmt regelmäßig Medikamente ein.

Mit dem Urteil von einem Jahr Haft, die auf eine dreijährige Bewährungszeit ausgesetzt ist, lag Richter Cai Adrian Boesken über den Forderungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, welche acht beziehungsweise neun Monate auf Bewährung gefordert hatten.

Die psychotherapeutische Behandlung muss der verurteilte Täter weiterführen. Außerdem wird ihm für den Zeitraum von einem Jahr ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

von Sonja Achenbach

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