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Zwei Jugendliche erhalten Bewährung

Taten am Gladenbacher Busbahnhof Zwei Jugendliche erhalten Bewährung

Die beiden Jugendlichen, die am Gladenbacher Busbahnhof einer 13-Jährigen mit Vergewaltigung gedroht haben sollen, sind vor dem Amtsgericht Marburg zu Bewährungsstrafen und Arbeitsstunden verureilt worden.

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Symbolbild: Vor dem Urteil im Amtsgericht saßen die Jugendlichen mehrere Monate in Untersuchungshaft.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mehrere Monate saßen ein 18-jähriger Bad Endbacher und ein 17-jähriger Gladenbacher wegen vermeintlicher Straftaten in Untersuchungshaft. Nach den gestrigen Urteilen durften sie das Amtsgericht Marburg verlassen. Staatsanwalt Jonathan Poppe warf den jungen Männern unter anderem die sexuelle Nötigung einer 13-Jährigen am Busbahnhof in Gladenbach vor. Sie gaben zu, das bekannte Kind, das auf ein Anrufsammeltaxi wartete, mit „dummen Sprüchen“ zum Geschlechtsverkehr mit dem Älteren aufgefordert zu haben, „aber nur zum Spaß“.

Widersprüchliche Zeugenaussagen

Am 1. November beging der 18-Jährige nach Überzeugung des Gerichts unter Vorsitz von Dirk-Uwe Schauß einen schweren Raub. Dabei nahm er unter Vorhalt eines Messers einem 14-Jährigen ein Feuerzeug ab. Dass die Waffe zum Einsatz kam sei er sicher, so der Richter. Das hätten alle Zeugen geschildert. Und die Glaubwürdigkeit, so Schauß, schmälerten auch sonstige Widersprüche der Zeugenaussagen nicht.

Wie die OP berichtete, sagten die Zeugen vor Gericht, anders als bei der Polizei, der Täter habe ein Handy nicht ihm, sondern einem anderen Jungen abgenommen, ohne Messereinsatz. Somit sei mit dem Feuerzeug nur ein geringwertiger Gegenstand geraubt. Der Raub des Handys sei nicht eindeutig zu beweisen, zumal der Täter es zurückgab, hieß es in der Urteilsbegründung.

Arbeitsstunden für die Jugendlichen

Beide Angeklagte waren zwei Tage später wiederum an einer Körperverletzung eines 17-Jährigen beteiligt, was sie einräumten. Der nicht Vorbestrafte 18-Jährige erhielt schließlich eine Jugendstrafe von 15 Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt ist. Als Auflage muss er Abstinenz von Alkohol und Drogen nachweisen sowie 150 Arbeitsstunden leisten. Außerdem darf er keine Waffen mehr bei sich führen. Poppe plädierte auf zwei Jahre.

Rechtsanwalt Peter Thiel wünschte für seinen Mandanten, der eine erhebliche strafrechtliche Vergangenheit aufwartet und drei Wochen vor der ersten Tat nach einem Jahr aus dem Jugendgefängnis kam, eine letzte Chance. Staatsanwalt Poppe schloss eine Bewährung aus. Der Jugendliche erhielt für seine geurteilte einjährige Strafe eine so genannte Vorbewährung, eine Besonderheit des Jugendrechts. Nach spätestens einem halben Jahr entscheidet das Gericht, ob er erneut einsitzen muss oder nicht. Als Auflage muss er 2019 eine zugesagte Ausbildung beginnen und bis dahin in dem Betrieb als Hilfsarbeiter anfangen. Ferner muss er Arbeitsstunden leisten, nach 22 Uhr zuhause sein und sich von Alkohol und Drogen fernhalten.

von Heiko Krause

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