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Hinterland Bewährungsstrafe für Geschäftsmann
Landkreis Hinterland Bewährungsstrafe für Geschäftsmann
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21:40 04.10.2011
Ein Arbeiter entastet eine Fichte. Weil ein Mann aus dem Hinterland Waldarbeiter ohne Sozialversicherung beschäftigte, wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wegen Urkundenfälschung, Betrug, Vorenthalten und Veruntreuung von Sozialversicherungsbeiträgen in 30 Fällen und Steuerhinterziehung in zwölf Fällen musste sich ein 49-Jähriger aus dem Hinterland am Dienstag vor dem Landgericht in Marburg verantworten. Dieses sah die Vorwürfe als erwiesen an und verurteilte den Mann zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die Strafe setzte die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul allerdings für drei Jahre zur Bewährung aus.

Als strafmildernd nannte das Gericht das vollumfängliche Geständnis, das der Angeklagte unmittelbar nach Beginn der Verhandlung über seinen Verteidiger ablegte sowie die schwere Erkrankung, an der der gelernte kaufmännische Angestellte derzeit leidet. Strafverschärfend wertete das Gericht dagegen die enorme Schadenshöhe, die der Angeklagte verursacht hatte.

Die von der Staatsanwaltschaft errechneten Einzelstrafen hatten zusammengenommen 98 Monate ergeben. Der Angeklagte mit österreichischer Staatsbürgerschaft hatte über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren als Geschäftsführer und Mitgesellschafter einer in Polen registrierten Kapitalgesellschaft, die im Auftrag der Forstbehörden zu Holzeinschlagarbeiten im heimischen Wald eingesetzt worden war, polnische Waldarbeiter beschäftigt.

Die Gesellschaft hatte allerdings in Polen laut Staatsanwaltschaft keinerlei Geschäftsräume unterhalten. Die polnischen Arbeiter waren in Deutschland von dem Angeklagten angeworben worden. Seine Mitgesellschafter hatten ihm zur Vereinfachung der Arbeitsorganisation zu diesem Verfahren geraten, so der 49-Jährige.

von Alfons Wieber

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