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Hinterland Bevorstehende Rodung der Waldflächen sorgt für Zündstoff
Landkreis Hinterland Bevorstehende Rodung der Waldflächen sorgt für Zündstoff
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06:16 16.03.2012
Die Rodungsflächen auf dem Hilsberg sind schon abgesteckt.Foto: Sascha Valentin
Holzhausen

Noch am Dienstag oder am heutigen Mittwoch werde die Ausnahmegenehmigung zur Rodung der Standortflächen 1, 2 und 5 das Regierungspräsidium in Gießen verlassen, erklärte gestern Sprecherin Ina Velte auf OP-Anfrage. Am Abend lag sie schon vor, die Zulassung auf vorzeitigen Baubeginn noch vor der Genehmigungs-Erteilung. Sie umfasst:

Rodung der Eingriffsflächen

Erdarbeiten der Zuwegungen, der Baustelleneinrichtung und des Fundamentaushubs

Fertigung der Fundamente

Errichtung der Anlagen.

Somit könnte die Gemeinde Bad Endbach mit der Fällung von Bäumen und mehr auf den im Kompromiss-Vorschlag festgelegten Standorten beginnen.

Man werde erst schauen, was die Genehmigung beinhalte, ob eventuell noch Untersuchungen erfolgen müssten, sagte gestern Nachmittag Bauamtsleiter Thomas Reuter. Er bezeichnet die mehrere Tage dauernde Aktion als "nichts anderes als eine forstliche Fällung" von 30 bis 50 Festmetern Holz, angesichts der rund 3000 Festmeter, die Bad Endbach jedes Jahr fällen lässt. Zudem, so sind er und Velte einig, sei am Samstag bei der Mediationsrunde mit Vertretern der Bürgerinitiative (BI) Holzhausen die Rodung Konsens gewesen.

Es handele sich um eine Ausnahmegenehmigung, da solche Arbeiten nach dem Naturschutzrecht nur bis zum 1. März erfolgen dürfen. Allerdings sollten während der Mediation keine Fakten geschaffen werden, deshalb gibt es jetzt diese bis zum 20. März befristete Ausnahmegenehmigung, ergänzt Velte. Laut Reuter möchte Bad Endbach das Fällen innerhalb dieser Frist mit Blick auf die Brutzeit erledigen.

Vereinbart worden sei auch, dass am Standort 1 keine Ausschachtung oder Betonarbeiten erfolgen, bis feststeht, ob der Standort 4 realisiert wird, so Velte und: wird 4 realisiert, folgt an 1 die Wiederaufforstung.

Wulf beantragt heute "Einstweilige Verfügung"

Doch allein schon die mögliche Rodungsgenehmigung erregte gestern den Unwillen der BI-Sprecher. Über Rodung sei zwar am Samstag gesprochen, doch sei das weitere Vorgehen nicht geklärt worden, sagte Reinhold Leinweber. Als das Protokoll mit einem entsprechenden Eintrag nach der Sitzung vorlag, habe man innerhalb von anderthalb Stunden dagegen sowie gegen vier weitere Punkte protestiert und um Klärung bis zum Montag gebeten. Leinweber glaubt, dass ein für heute angesetzter neuer Mediationstermin dazu dienen soll.

Allein diesen Fortsetzungs-termin sieht BI-Berater Wulf Hahn als Bruch der Fakten-Vereinbarung an und will heute einen Antrag "auf Einstweilige Verfügung gegen die sofortige Vollziehung des Bescheids" stellen. Dies hatte Wulf schon am Montagabend angekündigt. Der Grund: Neben der Brutstätte eines Rotmilans sei nun von Vogelschutzwart Otto Lixfeld und einem weiteren Beobachter auch ein Haselhuhn gesichtet worden. Dies würde das Waldstück als Vogelschutz-Gebiet würdig erscheinen lassen. Dazu seien jedoch weitere Beobachtungen und Untersuchungen nötig und deshalb dürfe es keine Rodung geben.

von Gianfranco Fain

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