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„Beallmänner“ treiben Schabernack

Silvester „Beallmänner“ treiben Schabernack

Am Donnerstag las­sen die Burschen­schaften Damm und Muth eine 200 Jahre alte Tradition wieder aufleben: Als Bettel­männer ziehen sie durch die Straßen.

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„Beallmänner“ der Muth-Burschen jagen kostümiert durch die Straßen Buchenaus. Die Damm-Burschen werden es ihnen am Donnerstag gleich tun und mit dazu beitragen, dass es in dem Grenzgangsort reichlich Unterhaltung gibt.

Quelle: Archivfoto

Buchenau. Sie gehören zum Silvestertag in Buchenau, wie das Feuerwerk zur Jahreswende: schaurige Gestalten, die mit Gebrüll umherziehen. Die Rede ist von den Beallmännern (Bettelmännern), die vom späten Vormittag bis zur hereinbrechenden Dunkelheit durch die Straßen des Grenzgangsortes ziehen und die Bürger um Spenden bitten. Bevor es losgeht, bereiten sie sich in ihren Stammkneipen für den fünfstündigen Marsch vor.
Sie schlüpfen in ausge­stopfte Schlafanzüge, alte Mäntel, Hessentracht oder Lumpen, die man ansonsten allenfalls noch einer Vogel­scheuche überstreifen würde.

Ihre Gesichter verstecken die Bettelmänner hinter Strumpfmasken, Mützen oder sie malen sich mit schwarzer Farbe an. Beim „Betteln“ sind die Burschen keinesfalls wählerisch. Neben den traditionellen Gaben, wie Bier und Speck, verschmähen die zum Teil schaurig gekleideten Gestalten auch keine Geld-Spenden oder hochgeistige Getränke. Die Bandbreite des „Beutegutes“, das sich am Ende des Streifzuges durch die Straßen und Gassen in Weidekörben oder in Bollerwagen ansammelt, ist recht interessant.

Da findet man leckere Neujahrskräppel, Schokolade, Gemüse, Brot, Wurst und Eier. Aufrecht erhalten wird der Jahrhunderte alte Brauch von den beiden Burschenschaften im Ort. Ursprünglich waren die Beallmänner Obdachlose, die vor allem durch ländliche Gegenden zogen und Essbares erbettelten. Diese „echten“ Beallmänner lasen auch manchmal aus der Hand oder erstellten Horoskope. In Buchenau sind aber schon seit Jahrhunderten „falsche“ Beallmänner unterwegs.

von Hartmut Berge

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