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Baumfällen ist bis Freitag gestoppt

Windpark Hilsberg Baumfällen ist bis Freitag gestoppt

Seit 6 Uhr ist Dieter Jurkat auf dem Hilsberg unterwegs. Er beobachtete seit Tagen, ob an den von Bad Endbach geplanten Standorten für die Windräder etwas geschieht. Am Donnerstagmorgen rückte gegen acht Uhr ein sechs Mann starkes Holzfäller-Team an, begleitet von mehreren Polizisten.

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Als die Waldarbeiter am vorgesehenen Standort 5 Bäume fällen wollten, kam die Nachricht des „Baustopps“, den der Verwaltungsgerichtshof in Kassel verfügte, bis Freitag eine Entscheidung gefällt ist. Im Hintergrund ist eines der Bottenhorner Windräder zu sehen.

Quelle: Gianfranco Fain

Bad Endbach. Zehn Polizeifahrzeuge sollen durch Holzhausen gefahren sein, weitere Bereitschafts-Einheiten stehen in Gladenbach bereit - Zahlen, die vom Pressesprecher in Marburg unkommentiert bleiben.

Doch die Situation ist schnell klar: Es ist kein Gewaltpotenzial vorhanden, auch als weitere, bis zu 20 "Standortschützer" hinzukommen, bleibt die Lage ruhig, bestätigt Martin Ahlich. Laut wird es, als die Arbeiter am Standort 1 beginnen, Buchen und Fichten zu fällen, zudem werden die Kurven für den Transport der Windrad-Elemente geweitet. Gegen Mittag verlagert sich der Arbeitsschwerpunkt zum Standort 5, bis es um 13.30 Uhr plötzlich heißt: "Baustopp", verfügt durch den Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

Die Holzhäuser, unter ihnen Helga Jurkeit, Annemarie und Edgar Fritz oder Norbert Schmithuysen sind erleichtert über diesen "kleinen Zwischensieg". Allerdings taten sie ihren Unmut kund, bemängelten zum Beispiel, dass nur ein von der Gemeinde bestellter Biologe die Bäume auf Nistplätze untersuchte, Erich Sänger, Vertreter der staatlichen Vogelschutzwarte wurde hingegen der Zutritt verwehrt.

Reuter: zur Not auch Wochenendarbeit

Verärgert ist hingegen Thomas Reuter. Der Bauamtsleiter der Gemeinde Bad Endbach hatte die Fällungen beauftragt, nachdem am Mittwochabend die Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) Gießen vorlag. Nun müssen die Arbeiten eingestellt werden für etwa 24 Stunden. Bis heute 17 Uhr solle eine Entscheidung aus Kassel vorliegen, sagt Reuter. Wenn weitergearbeitet werden darf, sei das Ziel, die Fällungen bis zum Frist­ende am 20. März zu erledigen, zur Not auch mit Wochenendarbeit.

Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde, Dieter Domke, äußert Reuter die Enttäuschung der Bad Endbacher Verantwortlichen: "Wir bedauern das unehrliche Taktieren der BI, die nun ihr wahres Gesicht gezeigt hat. Es entsteht der Eindruck, dass die Mediation nur dazu diente, eine gute Ausgangsposition für die Klage zu schaffen." Jedenfalls fänden sich die inquisitorischen Fragen aus der Mediation zum Teil in der Klage wieder. Durch diese sehen die Endbacher Verantwortlichen auch den Kompromiss als "praktisch gebrochen" an.

Werde die Klage nicht zurückgenommen, so würde man sich auch nicht an die gemachten Zugeständnisse hinsichtlich der Standorte 3 und 4 halten. Dann verfolge Bad Endbach die Linie, dass man wolle, "was genehmigungsfähig ist".

von Gianfranco Fain

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