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Auf Bauruine kommt Abrissbirne zu

Baumängel stoppen Fertigstellung Auf Bauruine kommt Abrissbirne zu

Auf eigene Kosten lässt Ferad Türk demnächst den Rohbau am Friedensdorfer Verkehrskreisel 
abreißen. Den Ersatz 
des Schadens wird er sich vor Gericht erstreiten.

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Die Bauruine am Verkehrskreisel des Dautphetaler Ortes Friedensdorf ist bald Geschichte. Sobald die Genehmigung vom Bauamt des Landkreises vorliegt, wird mit dem Abriss begonnen.

Quelle: Gianfranco Fain

Friedensdorf. Für Ferad Türk war es seine Zukunftsplanung, doch statt sich mit seiner Familie und seinem Gewerbe in der neuen Bleibe einzurichten, muss sich der 33-Jährige seit etwas mehr als einem Jahr über den Anblick ärgern, den sein Bauobjekt bietet. Beschämend findet er den Zustand des Objektes am Verkehrskreisel in Friedensdorf und ist froh, dass das Kapitel ein Ende findet, sobald die Abrissgenehmigung der Bauaufsichtsbehörde des Landratsamtes vorliegt.

Diese lässt der gebürtige Frisörmeister über seinen neuen Architekten beantragen. Die Bauruine lässt er auf eigene Kosen entfernen. Der Schaden reicht in den sechsstelligen Bereich.

Dabei begann das Projekt des gebürtigen Friedensdorfers voller Zuversicht. Ein neues Haus sollte unweit seines jetzigen Frisiersalons entstehen. Groß genug sollte es sein, damit er im Erdgeschoss mit den Angestellten sein Gewerbe betreiben könne und im Obergeschoss seine Familie ein neues Zuhause findet.

Ein Architekt, der die Pläne ausarbeitete, und eine Baufirma waren bald gefunden, und so ging es im März 2015 los. Voller Stolz dokumentierte der Bauherr mit seinem Fotoapparat den Fortgang der Arbeiten. Als der Baufortschritt an der Decke des Untergeschosses angelangt war, zeigte er die Bilder während eines Dia-Abends seinen Freunden. Dabei fiel einem auf, dass aus der Betondecke kein Eisen herausragte.

Bauunternehmer ließ Fristen verstreichen

Stutzig geworden zog Ferad Türk einen Sachverständigen zu Rate. Dieser veranlasste eine Kernbohrung in der Betondecke, dessen Ergebnis den Frisörmeister schockierte: „Die Bewährung fehlte zu 100 Prozent“, berichtet der Friedensdorfer. Und: Weitere Ausführungsmängel bei den Bauarbeiten gefährdeten die Standsicherheit des noch nicht einmal halbfertigen Gebäudes.

Im November 2015 folgte der Baustopp. Der Architekt machte zwar noch Vorschläge zur Behebung des Schadens, doch die seien nach Ansicht des Sachverständigen aus wirtschaftlichen Gründen nicht umzusetzen gewesen, berichtet Ferad Türk. Denn mittlerweile war auch das Dämmstoff enthaltende Mauerwerk durchnässt.

Aufgrund des Gutachtens des Sachverständigen forderte der Bauherr eine Reaktion der Beteiligten ein. Das war gegen Ende des vergangenen Jahres. Doch der Bauunternehmer aus Herborn habe mehrere Fristen verstreichen lassen, sagt Ferad Türk.

Nun wartet er darauf, dass die Abrissgenehmigung bald vorliegt. Und wenn die Ruine dem Erdboden gleichgemacht ist? „Dann muss ich von vorne anfangen“, sagt der 33-Jährige. Diesmal will er sich aber einem anderen Unternehmen anvertrauen. Mit dem ersten wird er sich vor Gericht wegen des entstandenen Schadens auseinandersetzen.

von Gianfranco Fain

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