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Baugebiets-Erweiterung ist von Anwohnern unerwünscht

Bebaungsplan Baugebiets-Erweiterung ist von Anwohnern unerwünscht

Trotzdem beschloss der Ortsbeirat Buchenau in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig, der Dautphetaler Gemeindevertretung die Weiterverfolgung des Bebauungsplans Nummer acht „Hinterm Stöffel II“ zu empfehlen. Diese stimmt Anfang Oktober über die Offenlage des Bebauungsplans ab.

Buchenau. Die Entscheidung des Ortsbeirats stieß bei einigen Anwohnern des Katzenbachtals, wo sich das Baugebiet befinden wird, auf Unverständnis. Und so hatten Bauamtsleiter Ralf Mevius und Bürgermeister Bernd Schmidt (Freie Wähler) viele Fragen zu beantworten.

Gerhard Petri hat vor zwölf Jahren sein Haus im Katzenbachtal gebaut. Damals habe er sich ganz bewusst für diese Lage entschieden - wegen der Nähe zur Natur, so Petri. Eine weitere Bebauung, wie sie der Ortsbeirat befürwortet, sei damals aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage gekommen. Ein Punkt, den auch Markus Debus unterstrich, der vor drei Jahren ein Haus im Katzenbachtal kaufte. Die Aussicht, dass dort keine weitere Bebauung stattfinde, habe für ihn ein wesentliches Kaufargument dargestellt.

Der Buchenauer Ortsvorsteher Andreas Feußner (CDU) wies ebenso wie Bürgermeister Bernd Schmidt auf die schwierige Suche nach neuem Baugebiet hin. Zwar gebe es im Ort einige Baulücken, so Feußner, diese befänden sich aber in Privatbesitz. Schon vor seiner Amtszeit habe die Gemeindevertretung nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, da es in Buchenau an gemeindlichen Bauplätzen fehle. Im Jahr 2006 wurde im Flächennutzungsplan ein weiterer Bereich für Wohnbebauung im Katzenbachtal ausgewiesen - oberhalb des bebauten Gebiets. Feußner erklärte, dass es fünf Interessenten gebe, die in Buchenau bauen wollten - „alles junge Leute aus dem Ort“. Wenn sich junge Familie entschlössen, in ihrem Heimatort zu bleiben, sei dies erfreulich und unterstützenswert, gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung.

Ein Anwohner aus dem Katzenbachtal wollte wissen, warum naturschutzrechtliche Bedenken, die einer weiteren Bebauung früher im Wege gestanden hätten, nun offensichtlich keine entscheidende Rolle mehr spielten. Schmidt erklärte, dass die Umweltbehörde des Landkreises die Zone geprüft habe - mit dem Ergebnis, dass es dort „Kleinigkeiten“ zu beachten gebe, die aber „ausräumbar” seien. Bestimmte Tierarten wie die Zauneidechse könnten problemlos umgesiedelt werden.

Ortsbeiratsmitglied Annette Wetterau-Ruppersberg (CDU) kritisierte die Kritiker: Jeder müsse auch an den anderen denken. „Ich sage das nicht als Politikerin, sondern als Mensch.“ Einige der vorgebrachten Einwände gegen eine weitere Bebauung könne sie nicht verstehen, sagte sie und griff das Zitat eines Bürgers auf, der zuvor von einem „Eingriff in die Lebensqualität“ gesprochen hatte. Derartige Äußerungen seien nicht gut für zukünftige Nachbarschaften und könnten auch dazu führen, dass jemandem die Lust aufs Bauen vergehe.

von Björn-Uwe Klein

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