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Hinterland Bauausschuss: Nachtabschaltung beenden
Landkreis Hinterland Bauausschuss: Nachtabschaltung beenden
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17:25 03.05.2017
Über das Thema „Mehr Licht für Biedenkopf“ hat nun der Bauausschuss beraten. Die im Raum stehende Frage: Sollen die Straßenlampen künftig in allen Stadtteilen nachts durchgehend brennen? Unser Foto zeigt die Fritz-Henkel-Straße in Wallau bei Nacht. Quelle: Bleck
Biedenkopf

Das Abstimmungsergebnis fiel sehr knapp aus. Nur drei der acht Ausschussmitglieder sprachen sich für die durchgehende Nachtbeleuchtung aus. Das reichte, da es nur zwei Gegenstimmen gab, während sich die verbleibenden drei Mitglieder des Bauausschusses enthielten.

Hintergrund der Diskussion ist der Antrag „Mehr Licht für Biedenkopf“, den die Zählgemeinschaft aus CDU, Bürgerblock und FDP ins Stadtparlament eingebracht hatte. Infolge dieses Antrages hatten die Ortsbeiräte aller Stadtteile Bürgerwünsche zum Thema gesammelt.

Herausgekommen ist dabei zum einen eine zehnseitige Liste mit Anregungen, in welchen Straßen mehr oder hellere Lampen nötig sind (siehe Hintergrund). Zum anderen hatten die Ortsbeiräte auch darüber diskutiert, ob die Straßenlampen in ihrem Stadtteil künftig durchgehend brennen sollen. Nach Auskunft der Stadtverwaltung wird die Straßenbeleuchtung derzeit in der Kernstadt und in allen Stadtteilen nachts im Zeitraum von 1.15 bis 4.30 Uhr abgeschaltet. Ausgenommen von dieser so genannten „Halbnachtschaltung“ sind die Durchgangsstraßen.

Gleichbehandlung aller Stadtteile gefordert

So brennen in der Hainstraße, der Hospitalstraße, auf dem Marktplatz, im Mühlweg, in der Schulstraße sowie in den Ortsdurchfahrten von Eckelshausen, Breidenstein und Wallau die Laternen die ganze Nacht hindurch. Auch Fußgängerüberwege sind grundsätzlich durchgängig beleuchtet. Die Ortsbeiräte selbst hatten die Frage, ob in ihren Stadtteilen die Straßenlampen grundsätzlich durchgehend brennen sollen, unterschiedlich beantwortet.

Während der Kernstadt-Ortsbeirat das gefordert hatte, hatte beispielsweise­ der Wallauer Ortsbeirat die durchgehende Beleuchtung – auch mit Blick auf dadurch entstehende zusätzliche Stromkosten – als nicht notwendig eingestuft. Dass der Bauausschuss sich dennoch dafür ausgesprochen hat, überall die durchgehende Beleuchtung einzuführen, wurde während der Sitzung mit der Gleichbehandlung aller Stadtteile begründet.

Endgültig beschlossen ist damit aber noch nichts. Laut des Bauausschussvorsitzenden Eckhard Müller­ (BB) liegt die Entscheidung über die nächtliche Straßenbeleuchtung bei der Biedenkopfer Stadtverordnetenversammlung. Zuvor sollen aber auch die Ortsbeiräte noch einmal gehört werden.

von Susan Abbe

Hintergrund

Der Bauausschuss hat sich während dreier Sitzungen mit dem Thema „Mehr Licht für Biedenkopf“ beschäftigt. Grund ist, dass die vorliegenden Vorschläge zur Verbesserung der Straßenbeleuchtung zehn DIN-A4-Seiten füllen und Kosten von 1,64 Millionen Euro verursachen würden.

Der Ausschuss hat deshalb die Liste nach Dringlichkeit sortiert und dabei für die einzelnen Maßnahmen Prioritäten von 1 (sehr wichtig, schnell zu erledigen) über 2 (wichtig, mittelfristig zu erledigen) und 3 (weniger wichtig, bei Baumaßnahmen zu erledigen) bis 4 (kein Bedarf) vergeben. In den ersten beiden Sitzungen sind dabei die Vorschläge für alle Stadtteile abgearbeitet worden (wir berichteten). In der dritten Sitzung standen zu nachstehenden Punkten Ortsbegehungen an, zu denen der Ausschuss nun auch die Prioritäten vorschlug. Die endgültigen Prioritäten legt aber das Parlament fest.

  • Georg-Kramer-Straße zwischen Industriestraße und Anschluss Ortsumgehung: bisher keine Beleuchtungsanlage, kein Kabel vorhanden; Kosten 52 500 Euro, Priorität 3.
  • Kottenbachstraße (ab ­Abzweig „Am Eschenberg“): schlecht ausgeleuchtet; die Leuchten der beiden Straßen­lampen am Parkplatz (vor ­Zufahrt Schloss) „aufneigen“; 3000 Euro, Priorität 1.
  • Stadtpark (zwischen Bürgerhaus und Schillerweg): schlecht ausgeleuchtet; Lampenmast Ecke „Am Stadtpark“ 11 auf Rundumleuchte umrüsten; gegebenenfalls noch neue Lampe; 3500 Euro, Priorität 1.
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