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Hinterland Bandendiebstahl nimmt größere Ausmaße an
Landkreis Hinterland Bandendiebstahl nimmt größere Ausmaße an
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20:01 22.10.2010
Blick auf das Firmengelände der Eisengießerei Fritz Winter in Stadtallendorf. Vier fristlos entlassene Mitarbeiter klagten gegen ihre Kündigung wegen des Verdachts des Bandendiebstahls am Freitag vor dem Marburger Arbeitsgericht. Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Nun soll ein Zwischenhändler die von Mitarbeitern entwendeten Materialien an einen Schrotthändler im Landkreis weitergegeben haben. Das stellte sich bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Marburg am Freitag heraus.

Dort hatten vier Mitarbeiter gegen ihre fristlose Kündigung wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Bandendiebstahl geklagt. Ein 27-Jähriger soll beispielsweise 200 Kilogramm Kupfer vom Werksgelände geschafft haben, ein 45-Jähriger soll zweimal 300 Kilogramm Molybdän gestohlen und anschließend veräußert haben. Weitere Mitarbeiter sollen zum Diebstahl angestiftet worden sein oder geholfen haben. Die entwendeten Güter sollen dann von den Mitarbeitern an einen Dritten weitergegeben worden sein.

Diese dritte Person sei der Zwischenhändler gewesen, der das Diebesgut zumindest teilweise an einen Schrotthändler aus dem Landkreis verkauft habe, schilderte die Beklagtenseite die Abläufe. So entstand laut Gericht ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro.

Die fristlosen Kündigungen stützte das Unternehmen auf polizeiliche Vernehmungsprotokolle, in denen die Verdächtigen namentlich genannt würden. Die Anwälte der Kläger zweifelten die Glaubwürdigkeit dieser Aussagen an.

von Katharina Kaufmann

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