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Hinterland „Bahngelände ist nicht kontaminiert“
Landkreis Hinterland „Bahngelände ist nicht kontaminiert“
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20:25 09.12.2011
Auf dem Gelände des Gladenbacher Bahnhofs befindet sich dieser Schuppen, der  schon bessere Zeiten gesehen hat. Quelle: Archivfoto

Gladenbach. Michael Zimmermann (JL/B90/Die Grünen) vermisste am Donnerstagabend auf der Tagesordnung der Stadtverordneten einen Antrag zum Verkauf des Bahngeländes, der in der vorherigen Sitzung in Aussicht gestellt worden war. Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim bestätigte, dass die Verhandlungen mit der Bahn AG noch nicht abgeschlossen sind. Das sei der Grund, warum die Stadtverordneten noch keine Beschlussvorlage hätten. Im Oktober hatte Knierim bereits angekündigt, dass der Kaufvertrag in Kürze abgeschlossen werden soll. Am Donnerstagabend stellte er in Aussicht, dass bis Februar 2012 alles unter Dach und Fach sein wird. Wie die OP berichtete, soll der Knackpunkt bei den Verhandlungen die Entsorgung von kontaminiertem Boden beim Lokschuppen gewesen sein.

Wie Knierim allerdings miteilte, gibt es ein Gutachten aus dem Jahr 2004, das eine großflächige Kontaminierung  des Erdreiches ausschließt. Es seien nur geringe Teile des Grundstücks mit Altlasten verseucht. Im Falle eines Erdaushubs dürfte diese Erde nicht wieder verwendet werden, sondern müsste ordnungsgemäß entsorgt werden. Zudem sei der Lokschuppen von der Bahn AG bereits verkauft worden.

Die damals angestrebte interkommunale Zusammenarbeit interessierter Kommunen zum Kauf von Bahngelände habe man nicht weiter fortgeführt, berichtet Knierim und erklärte, dass jede Kommune seit Jahren individuelle Gespräche mit der Bahn AG geführt habe. Im Oktober hatte der Bürgermeister bestätigt, dass ein Kaufpreis von 285.000 Euro vereinbart worden sei.

Beim Verkaufspreis wolle die Stadt allerdings einen höheren Preis als die Gemeinde Lohra erzielen, deren Gemeindevertretung Anfang November beschloss, einen Preis von 28 Euro pro Quadratmeter realisieren  zu wollen. 

Eine konkrete Angabe machte Knierim nicht, nur so viel: Zwischen dem Verkaufspreis für private Käufer und für gewerbliche soll es eine Unterscheidung geben. Es sei von Bedeutung, ob auf der Verkaufsfläche eine Gewerbefläche oder ein Wohngebäude entstehe, erklärte Knierim. Entsprechend will der Bürgermeister den Stadtverordneten differenzierte Weiterverkaufspreise zur Abstimmung vorlegen. Die Bedenken von Sebastian Weber, dass die Belastungen  des Erdreichs Schwierigkeiten beim Verkauf bedeuten würden,   konnte Knierim ausräumen. „Nur beim Lokschuppen gibt es Kontaminationen. Im näheren Umfeld ist nur eine kleine Fläche belastet. Deshalb ist nicht mit einer Wertminderung zu rechnen.“ 

von Silke Pfeifer-Sternke