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Bahn will Schutt selber entsorgen

Kaufvertrag liegt auf Eis Bahn will Schutt selber entsorgen

Der noch nicht vollzogene Kauf des Bahngeländes und der Fortgang der Planungen in Sachen Windkraft waren Thema in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.

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Auf dem Gladenbacher Bahnhofsgelände gibt‘s nicht nur Bauschutt zu entsorgen. Auch manches baufällige Gebäude muss früher oder später abgerissen werden.Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Die Bahn wolle den Kaufvertrag nicht unterschreiben, solange der darauf lagernde Bauschutt nicht entsorgt sei, antwortetet Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim im Parlament auf eine Anfrage von Peter Kremer (SPD).

Entlang der stillgelegten Bahnstrecke - in den Gemarkungen von Mornshausen, Gladenbach, Erdhausen und Weidenhausen - gibt es zahlreiche Anlieger, die Interesse am Bahngelände haben, so beispielsweise drei Unternehmen aus Erdhausen, die von dem ehemaligen Gleisgelände förmlich eingeengt werden. Die Stadt hat Vorkaufsrecht und steht seit Jahren in Verhandlungen. Eine Einigung über den Verkaufspreis in Höhe von 285000 Euro wurde längst erzielt.

Der Kontrakt über den Ankauf des auf städtischer Gemarkung liegenden Bahngeländes werde in Kürze unterzeichnet, berichtete die OP im Januar. Bis Ende des ersten Quartals 2012 werde auf dem Bahngelände gelagerter Bauschutt entfernt, teilte die Bahn AG damals auf Anfrage mit.

Sanierung stockt: Solange der Schutt und Müll das Bild des Gladenbacher Bahnhofsgeländes bestimmt, will die Stadt kein Geld investieren. Beim aktuellen Anblick könnte sich das Projekt noch länger hinziehen. Fotos: Hartmut Berge

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Doch der Schutt ist immer noch nicht entfernt und die Verträge sind nicht unterschrieben. Man könne noch keinen neuen Termin nennen, arbeite aber mit Nachdruck an der Sache, hieß es im April seitens der Bahn auf erneute Anfrage der OP. Das Ausschreibungsverfahren ist offenbar noch nicht abgeschlossen.

Die Stadt hatte der Bahn im vergangenen Jahr angeboten, in den Kaufvertrag eine Verpflichtung einzubauen, dann hätte der Verkauf vollzogen werden können und der Bauschutt wäre später entsorgt worden. Doch darauf ließ sich die Bahn nicht ein.

Angesichts der Hängepartie könne man ja das Regierungspräsidium einschalten, schlug Peter Kremer vor, denn von der Bahn stammt der meiste Bauschutt nicht, ist aber auf ihrem Gelände gelagert. Kremer erinnerte auch daran, dass die Stadt in diesem Jahr die Jakob-Heuser-Straße bis zur Einmündung der Straße „Auf dem ­Würtenberg“ ausbauen will. Im Anschluss verschickt die Stadt die Anliegergebühren-Bescheide. Sollte der besagte Kauf­vertrag bis dahin nicht unterzeichnet sein, wäre die Bahn AG einer der Adressaten, denn sie ist Anlieger der Straße.

Ein weiteres Thema der jüngsten Parlamentssitzung war der Fortgang der Planungen für das Gladenbacher Windkraftprojekt.

Wir befassen uns nahezu täglich mit Windkraft“, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) zu einem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, die aktuelle Sachstandsberichte einfordern.

Er legte eine „Chronologie“ der Schritte vor, die die Stadt Gladenbach vom April 2011 bis dato in Sachen „Windenergie“ begangen hat.

Die Grünen verlangten, dass „alle Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung die verschiedenen Verhandlungs- und Verfahrensabschnitte und den derzeitigen Verhandlungsstand kennen, auch um bei Nachfragen richtige Auskunft geben zu können und eventuellen Gerüchten entgegenzuwirken“, heißt es in dem Antrag.

Ein weiterer Antrag, in dem die Grünen einen aktuellen Sachstandsbericht zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem „Klimaschutz-Konzept“ in den dafür zuständigen Ausschusssitzungen wünschen, wurde zunächst zurückgezogen und in die Ausschüsse verwiesen, wo Bürgermeister Knierim umfassend Auskunft erteilen will. Für die nächste Stadtverordnetenversammlung wird der Antrag erneut vorgelegt.

Bürgermeister Knierim teilte in der Stadtverordnetenversammlung mit, dass zur Errichtung von Windenergieanlagen ein Teilauftrag zur Erstellung eines avifaunistischen (die Vogelpopulation betreffend) Gutachtens als Voraussetzung zur Einleitung eines Zielabweichungsverfahrens zum Regionalplan Mittelhessen für die Errichtung von Windenergieanlagen in der Gemarkung Römershausen erteilt wurde. In die Projektgruppe „Windkraft“ wurden neben Bürgermeister Knierim die Stadträte Michael Willms (SPD) und Rolf Baumann (CDU) berufen.

In die Kommission „Kommunaler Schutzschirm Hessen“ wurden neben Bürgermeister Knierim Sieglinde Nord (FW), Petra Marenda-Garth (Die Grünen), Rolf Baumann (CDU) und Armin Becker (SPD) aus dem Magistrat berufen.

von Anita Ruprecht und Hartmut Berge

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