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Hinterland Keine Zukunft für Volkshalle und KSF?
Landkreis Hinterland Keine Zukunft für Volkshalle und KSF?
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09:11 14.03.2018
Für das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum (KSF) konnte offenbar noch immer kein Konzept zur Umnutzung gefunden werden. Für den Bau einer Vier-Feldhalle in Hartenrod soll das Gebäude ebenso wie die Volkshalle abgerissen werden. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Bad Endbach

Der Landkreis plant in diesem Jahr eine Sanierung und Erweiterung der Sporthalle an der Mittelpunktschule (MPS) in Hartenrod. Die Halle soll ein zusätzliches Sportfeld erhalten. Für das Projekt will die Gemeinde einen Zuschuss von 2,2 Millionen Euro ab 2019 in drei Raten von rund 734.000 Euro bereitstellen. Zur Finanzierung ist im aktuellen Haushalt ein Ansatz von 2 Millionen Euro aus Mitteln des Förderprogramms KIP II vorgesehen. Mit der Sanierung der Halle soll im Sommer begonnen werden.

Die Gemeinde Bad Endbach favorisiert eine gemeinsame Lösung. Nach dem Beispiel der Lahntalhalle will der Landkreis eine Drei-Feldhalle mit einem weiteren Feld bauen. Als Standort ist der Festplatz in Hartenrod im Gespräch. Sollte dort die Sporthalle errichtet werden, soll der Festplatz für 0 Euro an den Landkreis gehen. Im Gegenzug erhält die Gemeinde Bad Endbach das bisherige Sporthallengrundstück – ebenfalls für 0 Euro.

Bürgermeister: Beteiligung könne sich rechnen

Die gegenüber der vom Landkreis bisher geplanten Variante­ entstehenden Mehrkosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro, die dann als Zuschuss von der Gemeinde an den Landkreis fließen sollen. Als Gegenleistung zahlt die Gemeinde keine Betriebskosten für die Vier-Feldhalle, und den Vereinen wird die Nutzung der neuen Halle kostenlos garantiert. Um mit der Planung beginnen zu können, hatte der Landkreis auf eine Kostenzusage der Gemeinde gewartet. Diese wurde in der jüngsten Parlamentssitzung bei zwei Enthaltungen beschlossen, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Gemeinde bei einem Widerruf der Zusage keine Kosten entstehen.

Eine Beteiligung könne sich rechnen, hatte Bürgermeister Julian Schweitzer (SPD) vor der Abstimmung erklärt. Voraussetzung für das Vorhaben ist allerdings, dass die Volkshalle und das Kultur-, Sport- und Freizeitzentrum nach Fertigstellung des Neubaus abgerissen werden. Für letztere Liegenschaft ist es unter Alt-Bürgermeister Markus Schäfer nicht gelungen, ein Konzept zur Umnutzung zu erstellen.

FWG-Chef fragt nach Festplatz-Plänen für Hartenrod

Der Abriss der beiden Gebäude bringt laut Schweitzer jährlich eine Haushaltsentlastung von 90.000 Euro. Unklar sind allerdings noch die Kosten, die durch den Abriss entstehen. Schweitzer riet dem Parlament trotzdem, das Vorhaben nur zu realisieren, wenn ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht. Die Beschlussvorlage bekunde lediglich die Bereitschaft, dem Landkreis den Zuschuss in Höhe von 2,2 Millionen Euro zu zahlen. Rolf Bernshausen, Fraktions-Chef der SPD, sprach von einer möglichen Win-Win-Situation für die Kommune und die Vereine. Eine Zustimmung sei unter der Voraussetzung denkbar, dass sich das Vorhaben für die Gemeinde rechnet.

„Negativ aufgestoßen“, ist die Vorlage Horst Kaiser, Fraktionschef der FWG, der darauf verwies, dass die Gemeinde dem Landkreis viele Quadratmeter überlasse, und der außerdem fragte: „Wo soll der Festplatz Hartenrod entstehen?“ Da man sich derzeit in der Planungsphase null befindet, könne gemeinsam überlegt werden, wo der Festplatz realisiert werden kann. Schweitzer versicherte, dass der Gemeinde keinerlei Kosten für die Planungen entstehen. Diese sollen bis Oktober 2018 abgeschlossen sein, um die Mittel aus dem KIP-II-Programm beantragen zu können.

„Bis dahin wird der Landkreis mit der Gemeinde weitere ­Details final fixieren müssen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Die Gemeinde hat bis zum Ende der Planungen Zeit, um ihre Beteiligung zu widerrufen. Tritt dies ein, will der Landkreis seine ursprüngliche Planung umsetzen – eine Drei-Feldhalle.

von Silke Pfeifer-Sternke