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Hinterland BI-Sprecher Leinweber: „Wir haben wirklich Angst“
Landkreis Hinterland BI-Sprecher Leinweber: „Wir haben wirklich Angst“
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23:19 06.03.2012
Quelle: Archivbild

Holzhausen. Wie sehr die Ereignisse die Wortführer der Bürgerinitiative (BI) berühren, ist ihnen anzusehen, aus jedem Satz, jedem Gedanken spricht ihre Sorge um die Zukunft ihres Heimatortes.

Und sie fühlen sich als BI in die Ecke gedrängt, durch die politischen Gremien Bad Endbachs, die den Holzhäusern das „Aufrührer-Image“ anheften wollen.

So ist die Stimmungslage, als Reinhold Leinweber, Walter Debus und Dieter Jurkat gestern zu den Vorwürfen aus Bad Endbach (siehe oben) Stellung nahmen. Zu den wichtigsten Punkten sagten sie:

Zeitverlust: Dieser liege nicht an der vom BI-Berater Wulf Hahn angestoßenen Mediation. Im Gegenteil: Die Gemeinde Bad Endbach habe während dieser von der BI Hinweise erhalten, welche Unterlagen sie überprüfen sollte. Zudem habe die Gemeinde die Zeit genutzt, um fehlende Unterlagen zu erstellen und nachzureichen. Auch hätte sie die Frist zur Einreichung der Unterlagen erst bis Ende Februar und jetzt bis zum 16. März verlängern lassen.

Sichtweise: Man habe sich schon mit der Sichtweise Endbachs beschäftigt, nur Einblicke in die wirtschaftliche Seite seien verwehrt worden. Deshalb blieben erhebliche Zweifel an der Gewinnsituation.

Horrorszenario: Diese Äußerung bezog sich auf „unser Erholungsgebiet Lahn-Dill-Bergland“ und das Szenario, dass Holzhausen bei der Realisierung aller angedachten Windkraftanlagen auf Endbacher, Gladenbacher und auch Dautphetaler Gebiet eingekesselt wird.  Hinsichtlich des Hilsbergs habe man nur auf die Schallbelastung, Naturzerstörung und die Landschaftsbild- und Erholungsbeeinträchtigungen hingewiesen. Dass die Räder 186 Meter hoch sind, sei eine T­atsache.

Tricksereien und Unwahrheiten: Man habe nachgewiesen, dass die Landschaftsbilder fürs Abweichungsverfahren „sehr bedenklich“ seien, die angebliche Ostausrichtung der Gebäude Holzhausens sehr fragwürdig erscheint und die Vorbelastung durch die B 453 sowie der Industrie auch etwas falsch dargestellt zu sein scheint.

Menschenunwürdiger Umgang: Das habe man mit Bürgermeister Markus Schäfer nie getan und wünsche ihm baldige Genesung. Mit ihm könne man kontroverse Standpunkte sachlich und auch emotional austragen.

Die BI habe sich während der Mediation an die Friedenspflicht gehalten und sich nicht öffentlich erklärt, obwohl „wir wirklich Angst haben“, sagt Leinweber. Die Endbacher hätten dies dagegen getan: bei der Pressekonferenz am Freitag und am Donnerstag bei einer Bürgerversammlung in Bottenhorn. Dabei sei der Eindruck entstanden, die BI wolle die Anlagen in Richtung des Ortes verrücken. Das stimme nicht, ergänzt Walter Debus zum Mediator-Vorschlag. Die BI wolle eine gleichmäßige Lasten-Verteilung auf alle betroffenen Orte.

von Gianfranco Fain