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Azubis im Einsatz für den guten Zweck

Projektarbeit Azubis im Einsatz für den guten Zweck

Junge Mitarbeiter dafür sensibilisieren, wie wichtig soziales Engagement ist, damit benachteiligte Menschen am normalen Leben teilhaben können - das ist das Ziel des Sozial-Projektes von Pharmaserv.

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Augen zu und durch, dass die Sägespäne nur so fliegen: Die Pharmaserv-Auszubildenden Hendrik Bieker (von links), Jan-Dominik Wagner und Marius Wagner arbeiten an den Grundlagen für einen Pavillon mit gemütlicher Sitzecke für die Kinder des Kinderzentrums

Quelle: Katharina Kaufmann

Wehrda. Die Säge kreischt, die Späne fliegen und der Pavillon im Kinderzentrum „Weißer Stein“ im Marburger Stadtteil Wehrda nimmt so langsam Gestalt an. Eine Woche lang arbeiteten sechs Auszubildende der Pharmaserv GmbH & Co. KG nicht an ihrem gewöhnlichen Arbeitsplatz, sondern auf dem Außengelände der Kindertagesstätte. Schreibtisch, Lager, Arztpraxis und Werkstatt wurden verlassen, Kugelschreiber, Stethoskop, Schraubendreher und Computer gegen Säge, Bohrmaschine, Hammer und Nägel getauscht.

In einer Projektarbeit sollen die jungen Auszubildenden zu Fachinformatikern, Industriekaufleuten, Elektronikern, Mechatronikern und Arzthelferinnen lernen, sich selbst als Team zu organisieren, eigenständig zu arbeiten und anderen dabei etwas Gutes zu tun. „Wir müssen von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung alles selbst organisieren und auch unser vom Betrieb zur Verfügung gestelltes Budget in Höhe von 2000 Euro verwalten“, erklärt Jan-Dominik Wagner, Azubi im zweiten Lehrjahr.

Sechs Wochen planten die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres den gesamten Arbeitseinsatz. Eine Woche waren die Lernenden anschließend vom Betrieb für die Umsetzung des Projektes freigestellt.

Wieso gerade das Kinderzentrum „Weißer Stein“ Nutznießer der Aktion ist? „Wir haben uns verschiedene Einrichtungen und Institutionen angeschaut, denn unsere Vorgabe lautete, etwas für die Gesellschaft und gesellschaftlich benachteiligte Menschen zu tun“, schildert Hendrik Bieker, das Auswahlverfahren. Für das Kinderzentrum haben sich die Auszubildenden schließlich entschieden, weil „hier auch der Gedanke der Integration von behinderten Kindern eine Rolle spielt, der uns besonders gefallen hat“, bringt es Jan-Dominik Wagner auf den Punkt.

Im Kinderzentrum fragten die Auszubildenden dann nach, was gebraucht werden könne, rechneten, ob das Geld dafür reicht, und bestellten schließlich das benötigte Material.

Und dann ging es auch schon los. Neben dem Bau eines Pavillons mit Sitzecke steht der Bau eines Holzpferdes auf einer kleinen Sandfläche sowie das Streichen der Begrenzungswände des großen Sandkasten auf dem Programm. Die einzelnen Arbeitseinsätze haben die Auszubildenden für jeden Tag durchgeplant. „Wir mussten aber schon gleich zu Beginn flexibel reagieren, weil das Holz mit einem Tag Verzögerung geliefert wurde“, berichtet Wagner. So wurde also fleißig gestrichen statt gezimmert. Die jungen Männer und Frauen haben sichtlich Spaß an ihrer nicht alltäglichen Arbeit. „Das bringt schon auch Abwechslung“, sagt Marius Wagner und passt einen Holzbalken an seinem Platz ein. Immer wieder kommen auch die Kinder, schauen zu, staunen über die Entwicklung der „Baustelle“ und stellen interessierte Fragen.

Im August soll das Projekt auch offiziell eingeweiht werden - die Kinder haben die Geräte bis dahin schon längst in Beschlag genommen. Zur Einweihung kommen neben den Kindern dann aber auch die Ausbilder und weitere Vertreter von Pharmaserv in das Kinderzentrum „Weißer Stein“, um das Ergebnis des sozialen Projektes der Auszubildenden zu begutachten.

von Katharina Kaufmann

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