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Autoren wetteifern um Ruhm und Ehre

Theater Autoren wetteifern um Ruhm und Ehre

Mit der Aufführung des selbst verfassten Theaterstücks „Dinner for Six“ begeisterte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe unter Leitung von Christine Vogel ein großes Publikum.

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Die Darsteller spielen auf der großen Bühne Szenen aus dem Werk „Sherlock Holmes“.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Bad Laasphe. Das Stück spielt am Silvesterabend des Jahres 1899: Sherlock-Holmes-Autor Arthur Conan Doyle (Jan-Philipp Uebach) lädt einige der bedeutendsten Mitglieder der Londoner Kulturszene auf sein Anwesen ein, um gemeinsam die Jahrhundertwende zu zelebrieren.

Seine Gäste: Bram Stoker, Autor des Romans „Dracula“ (Max Jung) mit seiner Gattin Florence Balcombe (Shyneeze Gadiah), Oscar Wilde, Autor von „Das Bildnis des Dorian Gray“ (Jonas Hofheinz) mit seinem Partner Lord Alfred Douglas (Tim Pfeifer) sowie die Shakespeare-Schauspielerin Henriette Irving (Lisa Dreisbach).

Zwei Bedienstete (Lisa Gönner und Bea Sauerwald) verwöhnen die Runde mit exquisiten Speisen und Getränken. Im Mittelpunkt der Gespräche steht allerdings nicht der Ausblick auf das anbrechende Jahrhundert, sondern die Rückschau auf die eigenen Leistungen im zurückliegenden Jahrhundert. Keiner der Anwesenden spart mit Eigenlob.

Je später der Abend, desto mehr gerät die nette Zusammenkunft zu einem Wetteifern um Ruhm und Ehre. Doyle wird nicht müde, über die detektivischen Heldentaten seiner Romanfigur Sherlock Holmes zu schwärmen, während Oscar Wilde offenbar seinen Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ für das Nonplusultra der Literaturgeschichte hält. Nicht weniger ist auch Bram Stoker in sein Lebenswerk verliebt, den berühmten Roman über den Grafen Dracula.

Shakespeare-Schauspielerin
Henriette Irving beteiligt sich ebenfalls an dem Wettstreit, wenngleich sie nicht selbst die Schöpferin dessen ist, wofür sie lebt. Wie die anderen Herrschaften der Runde ist sie der festen Überzeugung, dass ihre künstlerische Leistung die größte unter allen ist.

Immer wieder boten die Darsteller des Literaturkurses Szenen aus den erwähnten Werken dar, über die in ihrem Stück gestritten wird. Dafür nutzten sie die große Aula-Bühne. Wenn Szenen aus „Romeo und Julia“, „Dracula“, „Das Bildnis des Dorian Gray“ oder „Sherlock Holmes“ in dem Streit der Silvester-Gesellschaft thematisiert wurden, so wurden diese auf der Hauptbühne präsentiert, während Arthur Conan Doyle und seine Gäste die Szenen von der Nebenbühne aus beobachteten.

Im Laufe des sich zuspitzenden Wettstreits, werden auch menschliche Schwächen aufgedeckt. So etwa hatten Oscar Wilde, der in einer Beziehung zu Lord Alfred Douglas lebt, und Bram Stokers Ehefrau Florence Balcombe eine Affäre.

Kein Wunder, dass sich im Laufe des Abends noch mehr entlädt, als die Folgen eines bei jedem Streiter ungestillten Geltungsbedürfnisses. Die Auseinandersetzung gipfelt schließlich in Handgreiflichkeiten. Just in dem Moment, in dem die Festgäste ihre Fäuste gegeneinander erheben, endet das Stück.

Alle Darsteller legten eine beeindruckende schauspielerische Souveränität an den Tag. Leidenschaftlich und romantisch war der Part von Maximilian Birkelbach und Jacqueline Rose, die einige Szenen aus „Romeo und Julia“ spielten. Rouven Reuter meisterte die Rolle des Sherlock Holmes.

Vanessa Pitz bescherte dem Publikum als Graf Dracula Gruselmomente. In den weiteren Rollen überzeugten Laura Walke, Kim Wenzel, Stefanie Schaumann, Dora Gergis, Philipp Bergen, Lea Weber, Bettina Ötvös, Annalena Seibel, Mareike Praß, Eva Strauch, Laura Klaffki und Carolin Wagener.

von Björn-Uwe Klein

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