Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Autohändler spüren „herbe Abkühlung“

Kfz-Gewerbe Autohändler spüren „herbe Abkühlung“

Die Euphorie aus dem guten Vorjahr ist gewichen. Zum Jahresende herrscht bei den heimischen Kfz-Händlern eher schlechte Stimmung, sagt Obermeister Ralf Funke der Marburger Innung des Kraftfahrzeuggewerbes.

Marburg. Nein, den Appetit aufs traditionelle Schlachteessen konnten die Zahlen, die Innungsvorstand Ralf Funke präsentierte, den Mitgliedern der Kfz-Innung nicht verderben. Viele der rund 140 Autohändler, die zur Versammlung ins Gasthaus Debelius kamen, kennen den Trend bereits, andere reagieren aufgrund ihrer vielen Berufsjahre gelassen.

Dabei, so Funke, habe es Anfang des Jahres noch allen Grund zur Euphorie gegeben. Das Vorjahr sei gut gewesen, man freute sich auf 2012. „Leider haben wir durch die wirtschaftliche Situation in den südeuropäischen Ländern eine herbe Abkühlung erfahren müssen“. In Zahlen ausgedrückt: Ende des dritten Quartals sei bei den Neuzulassungen ein bundesweiter Rückgang von 1,8 Prozent zu verzeichnen gewesen. Immer weniger Autos werden deutschlandweit auf Privatpersonen zugelassen: Mehr als 60 Prozent aller neu zugelassenen Autos in Deutschland gingen in diesem Jahr an Gewerbetreibende. Die Hälfte davon wird an die Kfz-Händler und Hersteller selbst zugelassen - zum Beispiel für so genannte Tageszulassungen. Hessenweit sind dies etwa 70000 Fahrzeuge. Funke sprach von beängstiggenden Zahlen und „einem absoluten Wahnsinn“. Letztendlich verliere der Händler dadurch Umsätze. „Denn diese Eigenzulassungen drängen als ‚junge Gebrauchte‘ zusätzlich auf den Markt und sorgen dafür, dass durch hohe Preisabschläge das Preisniveau sowohl für Neu- und Gebrauchtwagen als auch für Leasingrückläufer ruinöse Formen annimmt“.

Mit den Gebrauchtwagen-Geschäften können die Händler zufrieden sein, so Funke. Es gibt ein Plus von fast zwei Prozent zu verzeichnen. Zufrieden zeigte sich der Obermeister auch mit der Situation der Auszubildenden. Hessenweit gab es zum Beispiel bei den Mechatronikern zwölf Prozent mehr Auszubildende als noch vor einem Jahr.

Verärgert sind die heimischen Händler Marburger über Dumping-Preis-Händler, die im Internet ihre Autos anbieten. Doch nicht nur über den Preis, sondern über sorgfältige Arbeit, Qualität der verwendeten Teile und des Öls, Termintreue und Kundenfreundlichkeit - damit könne man die Kunden überzeugen, so Funke. Auch diesen Aussagen stimmten die Mitglieder zu. Während der verschiedenen Gänge hörten die Vertreter der Kfz-Branche Vorträgen von Experten des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes zu. Die Themen reichten von Datenschutzbestimmungen über GEZ-Gebühren für Autohäuser bis hin zum Geldwäschegesetz. Über Themen wie die Meister-Hauptuntersuchung, bei der der Kfz-Meister selbst prüft, sprachen die Mitglieder ebenfalls.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland