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Auswüchse schaden Wild und Wald

Sport im Forst Auswüchse schaden Wild und Wald

Mit Teilen des Freizeitsports, der im Wald Auswüchse treibt, beschäftigt sich Volker Klingelhöfer, Pressesprecher der Jägervereinigung Hinterland.

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Beim Grenzgang wanderten Zehntausende durch den Biedenkopfer Forst. Das alle sieben Jahre wiederkehrende Ereignis ist kontrollierbar, denn Auswüchse von Teilen des Freizeitsports im Forst sollte nach Meinung der Jäger Einhalt geboten werden.Foto: Hoffstet

Quelle: Michael Hoffsteter

„In den ersten Tagen nach dem Grenzgang war es ungewöhnlich ruhig in Biedenkopf. So, als trauere das Städtchen dem großen und wunderschönen Fest nach“, beschreibt Volker Klingelhöfer die nach den Festtagen fast wieder gewöhnungsbedürftige Stille in der Grenzgangsstadt.

„Grenzgang ist auch eine Hommage an den Stadtwald im Besonderen aber auch an den Wald im Allgemeinen“, betont Klingelhöfer.

Der Wald, das seien nicht nur die Bäume, das seien alle Lebewesen im Biotop Wald. Dort gebe es Millionen von Mikroorganismen im Boden, aber auch zentnerschwere Wildschweine oder Hirsche, bei den Pflanzen kleine Gräser und riesige und uralte Buchen oder Eichen.

„Diese Lebewesen stehen untereinander in einem komplizierten Gleichgewicht“, betont der Pressesprecher der Hinterländer Jäger. Dieses Gleichgewicht sei zwar nicht statisch, es tariere sich immer wieder neu aus, aber Störungen hätten unter Umständen schwerwiegende Folgen.

„Wir Jäger versuchen, unseren Teil zum Gleichgewicht beizutragen, indem wir das zusätzlich heranwachsende Wild, das den Wald in zu großer Zahl empfindlich schädigen würde, bejagen. Wir schöpfen den Überhang ab“, beschreibt Klingelhöfer.

Er sei sich im Klaren darüber, dass das dies nicht immer gelinge. „Aber wir geben uns große Mühe.“ Als empfindliche Störungen im Wald empfindet er „Auswüchse des Mountainbike-Fahrens oder des Geocachings“.

Wenn Radfahrer mitten durch den Bestand fahren, ohne sich um Wege zu kümmern und dabei etwa Naturverjüngung zerstören und Wild aufschrecken oder Geocacher ihre Verstecke an besonders heimlichen Ecken im Wald anlegen, wo sich das Wild eigentlich sicher fühlt, oder gar nachts mit Stirnlampen unterwegs sind, führe das dazu, dass die Wildtiere, die zum Teil eigentlich tagaktiv seien, sich noch tiefer verstecken und dort den Wald sehr stark schädigen, indem sie beispielsweise die Rinde von den Bäumen schälen und so den nahrungsführenden Saftstrom unterbrechen. So geschädigte Bäume sterben ab.

„Außerdem sind die Stellen, an denen keine Rinde mehr vorhanden ist, Einfallstor für Krankheiten“, sagt er und ergänzt: „Das Wild würde normalerweise herumziehen und sich anderweitig natürliche Nahrung suchen.“

Jeder habe das Recht auf Erholung im Wald. Aber Teile des Freizeitsports dort drohen auszuufern, weiß der Pressesprecher.

„Wir sollten uns zusammensetzen, um sie möglichst naturverträglich zu kanalisieren“, schlägt Volker Klingelhöfer vor und kündigt an: „Für entsprechende Gespräche stehen wir Jäger zur Verfügung.“

von Hartmut Berge

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