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"Ausverkauf nach Marburg geht weiter"

Geburtshilfe-Station "Ausverkauf nach Marburg geht weiter"

Die Christdemokraten setzen sich für den Erhalt der Geburtshilfe-Station im DRK-Krankenhaus ein, die zum 31. März 2013 geschlossen werden soll.

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Die Geburtshilfe-Station im DRK-Krankenhaus in Biedenkopf soll zum 31. März 2013 geschlossen werden. Der CDU Stadtverband will, dass die wohnortnahe Versorgung erhalten bleibt.Foto: Gianfrano Fain

Biedenkopf . Das drohende Aus der Geburtshilfe-Station treibt nun auch die Lokalpolitiker im Stadtgebiet Biedenkopf um. Mit Bestürzung habe die CDU das Aus zum Ende März 2013 zur Kenntnis genommen. CDU-Vorsitzender Werner Kattarius sagte: „Die CDU Biedenkopf appelliert an die beteiligten Parteien, sich im Sinne einer wohnortnahen Versorgung von werdenden Müttern zu einigen. Unser Krankenhaus hat einen Spitzenruf in der Region und dazu trägt jede Abteilung bei.“

Aus Sicht des Vorstands der CDU Biedenkopf könne nur eine Einigung der Ärzte, Krankenkassen und Versicherer in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung die verfahrene Situation noch retten. Nicht Jammern und gegenseitige Schuldzuweisungen sind angesagt, sondern es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, die verfahrene Situation zum Guten zu wenden.

„Sollen die jungen Mütter die Leidtragenden sein?“, fragte Kattarius.

Bereits am 2. Oktober sei die CDU Biedenkopf mit einer Anfrage beim hessischen Ministerium der Finanzen vorstellig geworden. Der Vorstand des Stadtverbandes ist der Meinung, die Bundesaufsicht der Versicherungen einzuschalten, um die Zulässigkeit der drastisch gestiegenen Versicherungsbeiträge in der Breite des Tarifkorridors kritisch zu prüfen.

„Die Bürger gewinnen überwiegend aus der Berichterstattung die Meinung, dass bei der Auslagerung der Geburtshilfe Geld gespart werden kann. Das wird aber nach Auffassung der CDU Biedenkopf nicht eintreten. Wieder einmal wird eine Institution aus der ehemaligen Kreisstadt ausgegliedert in Richtung Marburg. Der Ausverkauf geht munter weiter“, sagte der Vorsitzende. In Notfällen sei zukünftig keine schnelle Hilfe vor Ort mehr möglich. Die CDU geht davon aus, dass die Verantwortlichen, Krankenhausträger, Ärzte, und Hebammen zum Erhalt der Geburtshilfe-Station an einem Strang ziehen. Dann könne noch alles zum Guten gewendet werden, glaubt Kattarius. Inwieweit Einfluss auf die Versicherungs- und Kostenträger genommen werden kann, sei auch zu prüfen. Es könne nicht sein, dass die Träger der Geburtshilfe auf dieser neuen Kostenexplosion sitzen bleiben.

Die Geburtshilfe-Station befindet sich in einer finanziellen Schieflage, weil die Haftpflichtversicherungsprämien der Belegärzte pro Jahr um fast das Vierfache, von 65000 Euro auf 270000, gestiegen sind. Den Ausgaben stünden Einnahmen von 100 bis 200 Euro für eine Geburt gegenüber.

Landrat Robert Fischbach und Dr. Karsten McGovern haben gestern angekündigt, einen Runden Tisch mit allen Verantwortlichen einrichten zu wollen, um eine tragfähige Lösung für die Zukunft der Geburtshilfe-Station finden zu können.

Sowohl das Land Hessen in Person von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) als auch der Bund, vertreten durch Sören Bartol (SPD), - der Bundestagsabgeordnete hatte angeboten, sich an Gesprächen zu beteiligen- sind an einen zielführenden Austausch interessiert.

von Silke Pfeifer-Sternke

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