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Hinterland Ausschuss sieht Korridor für Windkraft
Landkreis Hinterland Ausschuss sieht Korridor für Windkraft
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21:20 17.08.2011
Quelle: Archivbild

Dautphe. Im Mittelpunkt der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses stand am Dienstagabend die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Darstellung von Flächen für Windenergieanlagen im Gebiet rund um den „Weißenberg“ in den Gemarkungen Dautphe und Silberg.

Diplomgeograf und Stadtplaner Mathias Wolf vom Planungsbüro Holger Fischer in Gießen-Linden erläuterte anhand eines Planes die begutachteten Flächen, die gegebenenfalls für Windenergieanlagen infrage kämen, wobei sich die Zone „Weißenberg“ als erster Standort herauskristallisiert habe. In der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes seien damals keine Vorrangflächen für Windenergie in Dautphetal herausgearbeitet worden.

Viele Kommunen würden sich derzeit mit Windkraft beschäftigen. Es sei nach Fukushima vielfach ein Umdenken feststellbar. Nur dort, wo der Regionalplan Mittelhessen, der im vergangenen Jahr rechtswirksam wurde, Vorrangflächen ausweise, könnten auch Windkraftanlagen geplant werden. Diese Hürde müsste mit einem Abweichungsantrag genommen werden, wobei dann eine Umweltprüfung für das Bauleitverfahren erfolge. Dabei würden die voraussichtlich erheblichen Umwelteinwirkungen ermittelt, in einem Umweltbericht beschrieben und bewertet. Gleichzeitig gelte es windkraftrelevante Vogelarten und Fledermäuse festzustellen und die Ergebnisse in den Planungs- und Abwägungsprozess zu integrieren.

Der „Weißenberg“ erfülle die Abstandskriterien – mindestens 1.000 Meter von der nächsten Wohnbebauung – und sei auch eine ausreichend große Fläche für den Bau von Windkraftanlagen.

Dr. Horst Falk (CDU) warf die Frage auf, dass doch vor Jahren bereits Vorrangflächen diskutiert worden seien, die zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr in Erscheinung treten. Mathias Wolf erwiderte, dass dies im Wesentlichen mit den jetzt deutlich größeren Anlagen zusammen hänge, die andere Luftschichten erreichen könnten. Auch sollten Windkraftanlagen möglichst so platziert werden, dass sie mit eventuellen Anlagen der Nachbarkommunen ein großes Areal bilden. Deshalb werde es auch für Privatpersonen schwer, eine Anlage außerhalb dieser zentralen Flächen genehmigt zu bekommen.

Die Verwaltung habe bereits darauf hingewirkt, dass diese Vorrangflächen sich möglichst im gemeindlichen Besitz befinden und es sich hierbei nicht um Flora-Fauna-Habitatgebiete (FFH) handelt, erläuterte Bauamtsleiter Konrad Moog. Bürgermeister Bernd
Schmidt erwähnte, dass zu dem Projekt „Windkraft“ Informationsveranstaltungen stattfinden sollen, bei denen „die Bürger mit ins Boot geholt werden sollen“.

Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Darstellung von Flächen für Windenergieanlagen im Bereich „Weißenberg“.

Die Gemeindevertretersitzung findet am Montag, 22. August, ab 19 Uhr im Bürgerhaus Dautphe statt. Weitere Themen der öffentlichen Zusammenkunft sind eine Änderung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet „Am Seerain“ im Ortsteil Buchenau, sowie zwei Anträge der CDU-/FW-Fraktion, bei denen es um die stärkere kommerzielle Nutzung der Kieferbestände im Gemeindewald und um die Erstellung einer Konzeption für ein Familienzentrum geht.

von Klaus Peter