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Hinterland Ausbau würde nur 85000 Euro kosten
Landkreis Hinterland Ausbau würde nur 85000 Euro kosten
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18:15 21.03.2014
Die Kehlnbacher Straße „Über den Gärten“ ist noch nicht einmal als Baustraße ausgelegt. Ob sie – wie geplant – als Billigvariante ausgebaut wird, entscheiden die Anlieger.Foto: Hartmut Berge
Kehlnbach

Ein Haushaltsansatz über 85 000 Euro im aktuellen Haushaltsplan der Stadt Gladenbach für den Endausbau der Straße „Über den Gärten“ in Kehlnbach sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten für Aufregung unter den Anliegern.

Ursprünglich waren im Haushaltsentwurf für Planung und Ausbau sogar 135000 Euro vorgesehen.

Die Anlieger seien mit der Straße in ihrem jetzigen Zustand zufrieden, sagte Adolf Bellersheim in der Anliegerversammlung.

Junge Familien, die gerade erst ihr Haus gebaut hätten, würden durch den Straßenausbau mit unnötig hohen Kosten zum jetzigen Zeitpunkt belastet, fügte er hinzu. Außerdem käme die Ankündigung des Endausbaus ziemlich plötzlich.

Beim ersten Straßenausbau nach der Erschließung eines Baugebiets müssen die Anlieger 90 Prozent der Kosten tragen, die Stadt zahlt 10 Prozent. Die Bauleitplanung für das Baugebiet „Über den Gärten“ in Kehlnbach begann 1991. Die Straße erhielt nicht - wie heutzutage üblich - eine Asphaltdecke als sogenannte Baustraße, sondern wurde lediglich geschottert. In diesem Zustand ist sie heute noch.

Der ehemalige langjährige Ortsvorsteher Bernhard Burk berichtete, er habe die Straße 1978 mit Schiefer verfüllt und schottern lassen. Bei dem Haushaltsansatz von 85000 Euro handele es sich um die Gesamtkosten und nicht, wie fälschlicherweise von Anliegern angenommen, um Planungskosten, sagte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim.

Bauamtsleiter Ulrich Weber und Helge Hessler vom Ingenieurbüro Zick-Hessler stellten den Bauplan vor. Es sei wegen der Anliegerproteste eine möglichst günstige Variante des Straßenausbaus vorgesehen, sagte Hessler. Die Breite der neuen Straße soll laut Plan 4,5 Meter betragen. Gehwege sind nicht vorgesehen, die Straße erhält lediglich ein Tiefbord als Begrenzung zu den Grundstücken. Die reinen Baukosten für die 9800 Quadratmeter Straße betragen voraussichtlich 74000 Euro. Weitere 11000 Euro sind für Planungskosten vorgesehen. Bei dieser Kostenrechnung müssten die Anlieger pro Quadratmeter Grundstücksfläche 7,71 Euro zahlen. Weber wies ausdrücklich darauf hin, dass dies alles Kostenschätzungen seien, die sich - je nach tatsächlichem Aufwand beim Straßenausbau - noch ändern könnten.

Straße wird früheroder später ausgebaut

Die langjährigen Erfahrungen mit dem zuständigen Ingenieurbüro zeigten allerdings, dass man sich auf deren Kostenschätzungen gut verlassen könne, sagte Knierim und er verwies darauf, dass man für diese kostengünstigere Variante einen gesonderten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung benötige. Es handele sich hierbei auch um eine Frage der Gleichbehandlung aller Bürger. Normalerweise würde 10 bis 15 Jahre nach der Erschließung eines Baugebiets an einen Straßenendausbau gedacht, dies sei allerdings keine feste Vorgabe in der Straßenbausatzung der Stadt Gladenbach.

Hausbauer müssten allerdings schon bei der Planung ihrer Häuser die Anliegerkosten mit bedenken. Der Bürgermeister erinnerte an Starkregenfälle, bei denen Wasser in die Keller der Anlieger eingedrungen sei, das könnte mit dem Ausbau der Straße - verbunden mit einem geordneten Wasserabfluss - vermieden werden, und er verwies auf die Wertsteigerung der Grundstücke, wenn sie an einer ausgebauten Straße lägen. Der eindeutige Brief der Anlieger gegen den Straßenausbau liege dem Magistrat vor, sagte Knierim und er fügte hinzu, man könne den Ausbau der Straße sicherlich noch drei bis vier Jahre verschieben, aber schon aus Gründen der Gleichbehandlung nicht sagen, man brauche keinen Straßenausbau. Eine günstigere Variante gebe es in Zukunft sicherlich nicht. Planung und Ausschreibung seien nach dem jetzigen Stand für 2014 vorgesehen, der Ausbau würde frühestens ab März 2015 erfolgen und erst nach der vollständigen Fertigstellung der Straße würden die Gebührenrechnungen verschickt. Die Anlieger wüssten jetzt, was an ungefähren Kosten auf sie zukäme, sie sollten sich nochmals beratschlagen und dann erwarte er in den nächsten Wochen ihre Antwort, sagte Knierim abschließend.

von Anita Ruprecht

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