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Hinterland Aus einem Beruf werden nun zwei
Landkreis Hinterland Aus einem Beruf werden nun zwei
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21:20 18.05.2011
Hans-Jürgen Schneider aus Stadtallendorf – hier mit seiner Auszubildenden Natascha Hesse – hat den neuen Beruf des Technischen Systemplaners mit entwickelt. Quelle: Privatfoto

Marburg. Den Beruf des Technischen Zeichners in den Metall- und Elektroberufen, dessen Berufsbild zuletzt am 17. Dezember 1993 neu geordnet wurde, wird es ab dem nächsten Ausbildungsjahr voraussichtlich nicht mehr geben. Ein neuer moderner Beruf wird die Stelle des alten Berufes einnehmen und die Fachrichtungen Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Stahl- und Metallbautechnik sowie elektrotechnische Systeme abdecken.

Einer, der an der Ausarbeitung des Berufsbildes zum technischen Systemplaner mitgearbeitet hat, ist der Stadtallendorfer Hans-Jürgen Schneider. Der Geschäftsführer des Ingenieurbüros für Elektrotechnik, Sicherheitsplanung und technische Ausrüstung elektroplan-schneider war im vergangenen Jahr vom Zentralverband der Elektrotechnik und Informationstechnik (ZVEI) dem Bundesministerium für Wirtschaft zur Mitarbeit vorgeschlagen und im März 2010 zum Sachverständigen des Bundes zur Neuordnung der Berufsausbildung vom Bundesinstitut für Berufsbildung berufen worden.

Gemeinsam mit einem Arbeitnehmervertreter hat Schneider für den Teil „Elektrotechnik“ den Beruf neu geordnet und neu aufgebaut. „Schwerpunkt der Neuordnung war es, einen Beruf ins Leben zu rufen, der in das Computerzeitalter passt und die nicht in das Berufsbild passenden Ausbildungsteile herausnimmt“, erklärt Schneider, der stolz darauf ist, dass nun ein moderner guter Beruf entstanden ist.

Der Beruf des Technischen Systemplaners ist vorwiegend, gemäß der Zeugniserläuterung, in den beruflichen Tätigkeitsfeldern für Ingenieurbüros, Planungsbüros und Planungsabteilungen großer Firmen, die sich mit Elektrotechnik beschäftigen, vorgesehen. „In mehreren zweitägigen Sitzungen wurde zum Teil heftig über die Ausbildungsinhalte und die Ausbildungsdauer diskutiert und gerungen“, berichtet Schneider. Da parallel zum Technischen Systemplaner auch der Beruf Technischer Produktdesigner entwickelt wurde, habe sich eine sinnvolle berufschulische Ausbildung ergeben, die in den ersten beiden Jahren gemeinsam stattfindet. „Die Ausbildungsdauer wurde nach langen Diskussionen auf dreieinhalb Jahre festgelegt, wobei nach zwei Jahren die erste Zwischenprüfung stattfindet, die schon mit 30 Prozent in der Abschlussprüfung Bewertung findet“, erläutert der Sachverständige.

von Katharina Kaufmann

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