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Aus dreien ist jetzt eins geworden

Gießen Aus dreien ist jetzt eins geworden

Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), der die Gerichtsreform auf den Weg gebracht hatte, ließ sich zwar am Donnerstag nicht im neuen Arbeitsgericht sehen, dafür hatte er aber seinen Staatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit nach Gießen geschickt.

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Alte Möbel in neuem Raum: Die Möblierung – hier die aus Marburg – im neuen Arbeitsgericht Gießen stammt aus den drei vorherigen Gerichten.

Quelle: Kaufmann

Gießen. Wer Marburger Verhältnisse kennt, der fühlt sich im neuen Gießener Arbeitsgericht ein bisschen wie in einem Operationssaal: Die meisten Wände sind kahl, Bilder finden sich nur wenige an den Wänden im Flur.  Seit 30. Januar sind die Arbeitsgerichte Marburg, Gießen und Wetzlar eine gemeinsame Behörde.

Von ursprünglich sechs Kammern ist das Arbeitsgericht Gießen auf nunmehr zwölf Kammern angewachsen, denen derzeit elf Richter vorsitzen. Zudem arbeiten dort jetzt 22 Angestellte, vier Rechtspfleger und zwei Auszubildende.

„Der Umzug hat viele logistische Herausforderungen mit sich gebracht“, berichtete Direktorin Manuela George. Es seien nicht nur Möbel von drei aufgelösten Arbeitsgerichtsstandorten in das neue Gebäude transportiert worden, sondern auch 22.674 Verfahrensakten und viele laufende Meter an Urteilen und Beschlüssen, die 30 Jahre lang archiviert werden müssten. „Dank der tatkräftigen Mithilfe aller Mitarbeiter haben wir den Gerichtsbetrieb bereits am 30. Januar nach nur einer Woche Schließung wieder aufgenommen“, erklärte sie, bevor sie den neuen Pressesprecher des Gerichtes, Hans Gottlob Rühle, vorstellte. Das Arbeitsgericht Gießen sei nun voll funktionsfähig.

Davon hatte sich Staatssekretär Kriszeleit in einem Rundgang durch die neuen Räume ebenfalls überzeugt. Er betonte anschließend, dass Gerichte  nicht unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit betrieben würden. Dazu seien Recht und Gerechtigkeit ein zu hohes Gut. Dennoch müsse Rechtsprechung zu möglichst günstigen Kosten erfolgen. „Die Hessen haben in einer Volksabstimmung für eine Schuldenbremse votiert. Sie haben der Politik aufgegeben, nicht länger mehr Geld auszugeben, als eingenommen wird. Wir sehen darin einen Auftrag, alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen“, erklärte der Staatssekretär.

Mit einem Rückgang an Klagen durch das größere Einzugsgebiet des Gerichtes und die damit verbundenen weiteren Wege für viele Bürger rechne er nicht, so Kriszeleit, „schließlich ist es durch das elektronische Verfahren leichter geworden, eine Klage einzureichen“.

von Katharina Kaufmann

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