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Hinterland Verdacht: Räuber stand unter Drogen
Landkreis Hinterland Verdacht: Räuber stand unter Drogen
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21:45 11.01.2018
In Marburg wird ein Fall von Raub an der Biedenkopfer Hasenlaufhütte verhandelt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Mitbewohner des Angeklagten berichteten vor Gericht, der Angeklagte habe selten Alkohol getrunken, aber häufig sogenannte „Legal Highs“, also synthetische Drogen, geraucht. „Das ist so eine Kräutermischung, die kann man problemlos im Internet bestellen. Ist ganz legal“, berichtete ein Freund des Angeklagten. Auch er selbst habe gelegentlich diese Mischungen konsumiert, „aber das ist echt nichts Gutes. Man ist davon den ganzen Tag völlig platt und am nächsten Tag auch noch“, sagte er. Die Inhaltsstoffe und die Wirkung solcher Drogenmischungen schwankten ständig.

Er und seine Verlobte, die ebenfalls im Haus des Angeklagten wohnt, berichteten über den Tattag: „Wir haben ihn morgens um acht Uhr noch mal gesehen, dann nicht mehr.“ Sie hätten sich Sorgen gemacht und in Krankenhäusern und schließlich auch bei der Polizei angerufen. Am folgenden Tag sei er dann abends gegen 22.30 Uhr wieder aufgetaucht und auffällig nervös gewesen. Auf Nachfrage habe er gesagt, er habe Mist gebaut und ein Auto gestohlen. Er solle angeblich eine Frau überfallen haben, aber damit habe er nichts zu tun. Der Verlobte der Mitbewohnerin rief dann die Polizei. Kurz darauf wurde der Verdächtige in seiner Wohnung festgenommen.

Opfer leidet seit der Tat

An der Täterschaft des 35-Jährigen besteht kein Zweifel, zumal er ein Teilgeständnis abgelegt hat. Unklar ist, ob er zur Tatzeit unter Drogeneinfluss stand oder stark alkoholisiert war, wie er selbst aussagte. Am Tag nach der Tat hatte die Polizei ihm Blut abgenommen. Dazu sollen auch zwei Sachverständige gehört werden, ein Gutachten über die Zusammensetzung einer sichergestellten synthetischen Droge steht noch aus.

Das Opfer, eine 62-jährige Biedenkopferin, war bei dem Überfall am Kopf und am Arm verletzt worden. Sie leidet seit dem Überfall unter Kopfschmerzen, Schwindelanfällen sowie großer Angst.

Der Prozess wird am 30. Januar fortgesetzt. Auch Plädoyers und Urteil werden für Ende Januar erwartet.

von Martina Koelschtzky

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