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Hinterland Zeugin stützt Verschwörungstheorie
Landkreis Hinterland Zeugin stützt Verschwörungstheorie
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00:18 08.10.2018
Marihuana für eine Minderjährige? Ein angeklagter Biedenkopfer bestreitet die Vorwürfe seiner Nichte. Quelle: Daniel Karmann
Marburg

Laut Anklage hat der 30-jährige Mann der damals 15-Jährigen zwischen Frühjahr und Dezember 2017 fünfmal Marihuana für den unmittelbaren Verbrauch überlassen. Der Angeklagte bestreitet das, vielmehr habe die Jugendliche etwas frei Erfundenes in der Schule verbreitet, was schließlich zu den Ermittlungen geführt hat, das habe sie auch zugegeben. Vor Gericht hatte die Nichte die Vorwürfe aber erneuert (wir berichteten).
Laut Angaben des Onkels habe er einmal bei dem Mädchen ­eine Dose mit Drogen gefunden, wofür er die heute 16-Jährige auch zur Rede gestellt ­habe.

Wie nun eine Zeugin vor Gericht berichtete, habe die Nichte des Angeklagten, eine Schulkameradin ihres Sohnes, diesen zusammen mit einem anderen Mädchen in den Sommerferien 2017 einmal unerwartet am späten Abend besucht. Kurz darauf habe der Onkel angerufen und angekündigt, seine Nichte sofort abzuholen, was er auch getan habe.

Als Gründe habe er benannt, dass sie ihn angelogen habe – sie habe nur in die Eisdiele gehen wollen – sowie den besagten Drogenfund. Mit diesem konfrontiert, habe das Mädchen nur den Kopf gesenkt, sagte die Frau aus.
Der 16-jährige Sohn der Zeugin berichtete, von den Gesprächen an jenem Abend nichts mitbekommen zu haben. Bei einem Besuch im Haus des Angeklagten habe er von Drogen nichts mitbekommen.
Ein weiteres ärztliches Attest widerlegt zudem die Angaben des Mädchens, ihr Onkel habe Rezepte gehabt, die ihm den Besitz von Cannabis zu therapeutischen Zwecken erlaubten, was der Angeklagte ebenfalls bestritten hat.

  • Der Prozess wird nun am 23. Oktober um 14 Uhr fortgesetzt.

von Heiko Krause