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Hinterland Angestellter macht lange Finger
Landkreis Hinterland Angestellter macht lange Finger
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16:56 27.04.2017
Um Geld an die Bank und seine Mutter zurückzuzahlen, hatte sich der Mitarbeiter eines Unter­nehmens an der Kasse vergriffen. Quelle: Peter Kneffel
Marburg

Sichtlich beschämt saß der Beschuldigte im Gerichtssaal – ohne Verteidiger. Den brauchte er nach eigener Aussage nicht. Denn der 34-jährige Diplom-Soziologe räumte alle Vorwürfe ein, um „die Sache möglichst schnell abzuschließen“.

Dem Marburger wurde zur Last gelegt, als Angestellter einer Gießener Salatbar in mehreren Monaten im Jahr 2015 Geschäftseinnahmen, die aus Warenlieferungen stammten, in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Laut Anklageschrift tat er dies 27 Mal. Fünfmal soll sich die Geldsumme auf weniger als 50 Euro belaufen haben – minderschwere Fälle. Der angerichtete Schaden soll rund 2000 Euro betragen haben.

Als sein Chef ihm auf die Schliche kam und der Schwindel aufflog, machte der Angeklagte reinen Tisch und versprach, das Geld „auf Heller und Pfennig“ zurückzuzahlen. „Ich hatte damals kaum Geld und musste meiner Mutter und der Bank das Geld zurückzahlen, das ich mir für‘s Studium geliehen hatte. Es ist mir einfach über den Kopf gewachsen“, sagte der Angeklagte.

Der Geschädigte, mit dem sich der Angeklagte bereits im Vorfeld versöhnt hatte, bekundete, kein Interesse an einer Strafverfolgung zu haben. Daher verringerte sich die letztliche Anzahl der Fälle auf 22. „Er hat einen Fehler gemacht, aber danach vorbildlich gehandelt“, meinte der Geschäftsmann. Richterin Barbara Steinmann urteilte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten und eine Bewährungszeit von drei Jahren aus.

von Benjamin Kaiser

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