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Aus Sportanlage wird ein Wohngebiet

Neue Bauplätze Aus Sportanlage wird ein Wohngebiet

Auf dem Sportgelände am Blankenstein, wo einst die Fußballer des Gladenbacher Sportclubs große Erfolge feierten, werden bald Wohnhäuser stehen.

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Aus dem Sportgelände am Blankenstein soll ein Baugebiet werden. Bei der Umsetzung des Projektes hat sich die Stadt die Hessische Landgesellschaft mit ins Boot geholt.Fotos: Hartmut Berge und Erhard Bastian

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach. „Wenn alles glatt läuft, könnte im Frühjahr 2013 die Erschließung des neuen Baugebietes beginnen“, schrieb die OP im Herbst 2012 und gab damit den Optimismus der Entscheidungsträger im Rathaus wieder. Ganz so fix ging es nicht.

Da das Parlament nun aber in seiner jüngsten Sitzung dem Magistrat den Auftrag erteilte, mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG), den Erschließungsvertrag zu unterzeichnen, könnten die Bagger sehr schnell anrollen. Im Frühjahr wird es wohl so weit sein. Wenn die Ausschreibungsergebnisse vorliegen, wird das Parlament die Grundstückspreise festlegen. Dann wird sich zeigen, ob die derzeit offenbar sehr zahlreichen Interessenten an ihren Plänen festhalten und „Unter dem Schlossberg“ ihre Eigenheime bauen. Für jeden der 21 Bauplätze gebe es einen Interessenten, hatte Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim jüngst in den städtischen Gremien verkündet, aber auch gleich ergänzt, dass noch kein Grundstück verkauft sei, der eine oder andere abspringen könne, sich also weiter Interessenten im Rathaus melden könnten. Die Einmütigkeit, mit der der jüngste Beschluss alle städtischen Gremien durchlief, herrschte bei diesem Projekt in den städtischen Gremien vorher nicht.

Der Bau- und Planungsausschuss hatte im August 2012 mit sechs Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen dem Parlament die Aufstellung des Bebauungsplans empfohlen. Dem folgte nun das Parlament: 20 Stadtverordnete stimmten dafür, drei dagegen, neun Abgeordnete aus den Reihen von SPD und Junger Liste/Die Grünen enthielten sich der Stimme.

Im Norden der Stadt - an der Biedenkopfer Straße - ist inzwischen ein Kunstrasenplatz für den Gladenbacher Sportclub (GSC), entstanden, der GSC hat dafür den alten Tennenplatz am Blankenstein aufgegeben, weil dort Bauplätze entstehen sollten. Ein entsprechender Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan fasste das Parlament bereits im Sommer 2012. Im Vorentwurf war am westlichen Rand dieses Baugebietes „Unter dem Schlossberg“ eine ergänzende Bauzeile vorgesehen, die im Flächennutzungsplan als Waldfläche ausgewiesen ist. Im neuen Entwurf war diese Bauzeile nicht mehr enthalten, da diesem Vorhaben „topografische und genehmigungsrechtliche Schwierigkeiten“ entgegenstanden. Eine Änderung des Flächennutzungsplanes war daher nicht mehr erforderlich. Der neue Entwurf sah drei Häuserzeilen mit damals insgesamt 22 Bauplätzen vor. Davon könnten zwei mit Doppelhäusern bebaut werden.

Lange Debattenüber Bebauungsplan

Die Größe der Baugrundstücke liegt zwischen 352 und 627 Quadratmetern. Der Vorentwurf sah die Erschließungsstraße zwischen der südlichen und mittleren Häuserzeile vor, die nördliche Häuserzeile sollte von der Waldstraße her erschlossen werden. Der neue Plan sieht die Erschließungsstraße zwischen nördlicher und mittlerer Häuserzeile vor, die südliche Häuserzeile wird über zwei Stichstraßen erschlossen. Gladenbachs Ortsvorsteher und Ausschussmitglied Hans-Bernhard Schwarz (SPD) monierte seinerzeit, dass der Informationsfluss zum Ortsbeirat der Kernstadt und zu den Bürgern dürftig gewesen sei. Er habe schon vor langer Zeit darauf hingewiesen, dass die in Waldnähe geplanten Bauplätze sicher nicht realisiert werden könnten. Seine Kritik erneuerte Schwarz während der Parlamentsdebatte im Herbst 2012. Sein Fraktionskollege Rainer Bastian mahnte, dass bei der Umsetzung des vorliegenden Plans am Blankenstein ein „Mikrokosmos“ entstehe. Er sprach sich gegen die Zweigeschossigkeit aus und ihn störte, genauso wie Carmen Pflug (SPD), die Abschottung gegenüber der bestehenden Bebauung. Pflug beklagte darüber hinaus die kleinen Bauparzellen und die fehlende Möglichkeit des Gesprächs über den Gartenzaun. Helmut Brück, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, sprach hingehen von einer guten Planung, die den topografischen Gegebenheiten Rechnung trage und das berücksichtige, was heute von Häuslebauern gewünscht werde und vor allem bezahlbar sei.

Landgesellschaft erschließtund vermarktet Baugebiet

Das Parlament hatte 2011 den Grundstein dafür gelegt, dass aus dem alten Sportplatzgelände am Blankenstein Bauplätze werden können und an der Biedenkopfer Straße ein Kunstrasenplatz und eine neue Leichtathletikanlage entstanden sind.

320000 Euro hatte die Stadt als Zuschuss für die Projekte zur Verfügung gestellt. Finanziert werden konnte dies, weil die Hessische Landgesellschaft, die für die Erschließung und Vermarktung des Blankenstein-Geländes mit ins Boot genommen wurde, quasi einen Vorschuss an die Stadt leistete. Auf dem Konto der Stadt gingen allerdings nur 320000 Euro als Vorauszahlung ein, ursprünglich hatte man sich 400000 Euro erhofft. Auf dem Sportplatzgelände am Blankenstein entstehen aber weniger Bauplätze als ursprünglich erwartet. Gleichwohl ist man im Rathaus zuversichtlich, dass über den geleisteten Vorschuss hinaus ein weiteres Sümmchen an die Stadt fließen wird. Mit der HLG als Partner hat die Stadt gute Erfahrungen gemacht, unter anderem bei der Erschließung und Vermarktung der jüngsten Baugebiete in Weidenhausen.

Der aktuelle Bodenbevorratungsvertrag für das Gebiet „Unter dem Schlossberg“ gilt zehn Jahre. Sind bis dahin dort nicht alle Grundstücke verkauft, müsste die Stadt die betreffenden Parzellen zum festgelegten Preis zurückkaufen. Dazu wird es wohl nicht kommen. Die ruhige Lage des Baugebietes, die Nähe zu Schule, Kindergarten und Freizeitbad spielen für junge Familien beim Bauplatzkauf eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt es noch die Option, den Vertrag mit der HLG zu verlängern.

von Hartmut Berge

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