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Hinterland Aufwärtstrend mit Wermutstropfen
Landkreis Hinterland Aufwärtstrend mit Wermutstropfen
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19:45 03.01.2012
Die Arbeitsmarktzahlen für Dezember 2011 liegen vor und sorgen mit einem Tiefstand der Arbeitslosenquote in ganz Deutschland für Aufsehen. Aber die Bewegungen am Arbeitsmarkt sind weniger geworden. Die Firmen stellen weniger Personal ein – ein Problem, vor allem für Langzeitarbeitslose. Quelle: Archivfoto

Marburg. Die Jubelmeldungen gingen am Dienstag über alle Nachrichtenkanäle. Die Arbeitslosenzahlen sind auf ein Rekordtief gesunken. Bundesweit versteht sich. Derzeit suchen 2.780.206 Menschen nach Arbeit. Das sind 230.972 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Leiter der Agentur für Arbeit Marburg, Volker Breustedt, weiß aber auch, dass sich hinter den nüchternen Zahlen immer Einzelschicksale verbergen. Er warnt davor, die positive Entwicklung, die sich durchaus auch im Bereich der Marburger Agentur niederschlägt, all zu euphorisch zu deuten. Zwar liegt die Zahl der Arbeitslosen mit 4,6 Prozent in Marburg um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert - dennoch hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschärft. „Wir haben weniger Zugänge zu verzeichnen, dafür aber auch weniger Abgänge. 2011 war das Jahr, in dem die Firmen um ihre Fachkräfte wissen und diese versuchen zu halten, dadurch aber auch keine Einstellungswelle ausgelöst haben. Diejenigen, die draußen stehen, haben es schwer.“

Dieser Umstand mache es besonders älteren Menschen nicht leicht, wieder in ein Einstellungsverhältnis zu gelangen. „In der Generation 50 bis 55 Jahre, da tut sich noch was“, so Breustedt. Die 55 bis 65-Jährigen seien es, denen der Wiedereinstieg schwer gemacht werde. „Um die regionalen Dimensionen klarzumachen:  Mit 996 Betroffenen macht das fast 18 Prozent der Arbeitslosen aus“, erklärt Volker Breustedt. „Diese Menschen müssen verstärkte Anstrengungen unternehmen, um überhaupt eine Chance zu bekommen. Da muss nach jedem Strohhalm gegriffen werden. Die älteren Arbeitslosen gucken derzeit dem fahrenden Zug hinterher“, macht Breustedt deutlich. „Für manchen Arbeitgeber ist das die Addition von Risiken. Alter, Gesundkeit, Qualifikation“, so der Leiter der Agentur für Arbeit, Marburg. 

von Marie Lisa Schulz

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