Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Aufbruch statt Resignation

Arbeitslosigkeit Aufbruch statt Resignation

Das Projekt „Aufbruch“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Langzeitarbeitslose und Menschen mit Vermittlungshemmnissen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Mit Erfolg.

Voriger Artikel
Tausende shoppen im Lichterschein
Nächster Artikel
Künstler präsentieren bunte Vielfalt

Gemeinsam stark – auch der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern ist von dem Konzept hinter dem Projekt „Aufbruch“ überzeugt.

Quelle: Marie Lisa Schulz

Marburg. „Vorher, da war in meinem Leben Stillstand. Jetzt bin ich im Aufbruch.“ Nicht ohne Stolz berichtet der etwa 50-jährige Mann von seiner neuen Festanstellung aber auch von dem langen Weg, den er bis zur Vertragsunterzeichnung gehen musste.

Unterstützt wurde er dabei von den Mitarbeitern von „Aufbruch“, einem Gemeinschaftsprojekt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Integral GmbH. Seit 2009 haben 370 Teilnehmer an dem Projekt teilgenommen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 49 Jahren, 52 Prozent von ihnen sind bereits seit vier Jahren arbeitslos, 32 Prozent haben Einschränkungen in der deutschen Sprache.

Die Projektmitarbeiter von „Aufbruch“ kennen diese Zahlen, sehen aber in erster Linie die Menschen und ihre Schicksale, die sich hinter den nüchternen Fakten verstecken. Und natürlich den Erfolg. Denn allein 2010 konnte Aufbruch 50 Personen in den Arbeitsmarkt integrieren.

Mit 23 verschiedenen Kursen und einem ganzheitlichen Ansatz soll das Selbstbewusstsein der Teilnehmer aufgebaut, Stärken gefördert und auf eine Bewerbungssituation vorbereitet werden. Vom A wie „Auftritt im Vorstellungsgespräch“ bis Z wie „Zeitplan“ bekommen die Teilnehmer ein individuelles Förderprogramm an die Hand.

Auch der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern zeigte sich von dem Projekt, vor allem aber von den offenen Worten der Teilnehmer beeindruckt. Im persönlichen Gespräch berichten sie, wieso sie in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Ein Bosnier erzählt mit stockender Stimme von traumatischen Kriegserfahrungen, eine Frau spricht offen über ihre Krankengeschichte. Jedes Schicksal ist anders und doch haben alle hier eines gemeinsam: Den Wunsch und die Bereitschaft zu arbeiten.

von Marie Lisa Schulz

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr