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„Auf zehn Märkte hätte ich schon Bock“

Neuer Baumarkt „Auf zehn Märkte hätte ich schon Bock“

Für Marco Gorbi aus Oberweimar ist es eine Erfolgsgeschichte: Vor knapp vier Jahren eröffnete er den ersten hessischen „Sonderpreis Baumarkt“ in Fronhausen – am Montag folgt in Kirchhain sein dritter Markt.

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Das Team des „Sonderpreis Baumarkts“ in Kirchhain: Daniela Spohner (von links), Julia Schneider, Peter Schaub, Ganja Phillip Ebert und Inhaber Marco Gorbi.

Quelle: Andreas Schmidt

Kirchhain. "Wir werden die Schlagzahl jetzt mal erhöhen“, kündigt der Unternehmer an. Denn bereits als er den Markt in Fronhausen eröffnete, hatte er angekündigt, weiter expandieren zu wollen. Es folgte ein Jahr später ein Markt in Schlitz, nun der in Kirchhain – direkt hinter Lidl in der Niederrheinischen Straße, im Gebäude eines ehemaligen Gartenmarkts.

„Dazwischen lag eine Phase, in der ich es erst Mal langsamer habe angehen lassen – das liegt aber auch daran, dass es mittlerweile schwieriger ist, Standorte zu finden“, sagt Gorbi.

Zeichen stehen weiter auf Expansion

Geplant sei die Eröffnung bereits vor einem Jahr gewesen, doch habe es einige Verzögerungen gegeben, sodass erst im vergangenen Herbst „alles­ in trockenen Tüchern war“, wie Gorbi sagt. Der vorhandene Markt wurde um fünf Meter in der Länge erweitert, verfügt nun über eine Grundfläche von rund 750 Quadratmetern. Die letzten Wochen war ein Team mit der Regalierung und Bestückung zugange – am Montag fand die Eröffnung statt.

„Damals habe ich vollmundig behauptet, ich wolle zehn Märkte eröffnen – da stehe ich immer noch zu. Auf zehn Märkte hätte ich schon Bock“, sagt Gorbi lachend. Doch sei er mittlerweile 47 Jahre alt – und er gehe mit jeder Markteröffnung mit dem Franchisegeber Fishbull „eine­ zehnjährige Ehe ein“. Mit 55 werde er also nicht mehr neue Märkte hochziehen, „dieses Jahr wird aber noch einer kommen – vorausgesetzt, der Standort stimmt“, sagt Gorbi.

Denn bei der Kette stünden die Zeichen – wie auch bei ihm – weiter auf Expansion. Mehr als 220 Märkte gibt es mittlerweile deutschlandweit – Ziel des Franchise-Gebers sei es, innerhalb der kommenden beiden Jahre auf 500 Märkte zu wachsen – in vier Jahren dann auf 1 000.

„Marburg könnte zwei Märkte vertragen“

Für jeden Standort, der dem Unternehmen angeboten werde, werde eine Standortanalyse erstellt – „und wenn die positiv ausfällt, dann machen wir‘s“. Ein Baumarkt in der Nähe sei beispielsweise wünschenswert, auch Fachhändler wären nicht schlecht. Denn Gorbi weiß, dass diese den neuen Spieler auf dem Markt zunächst misstrauisch beäugen würden. „Aber die stören uns nicht – und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit“, sagt er. Es gebe zu wenige Überschneidungen.

Da Gorbi ja noch expandieren möchte – was wären mögliche Standorte? „Marburg könnte zwei Märkte vertragen, dazu hätte ich Lust“, sagt er, aber auch Gießen und Wetzlar seien sehr interessant. „In Hessen ist die Marke noch unterrepräsentiert, es gibt nur vier Märkte – drei davon von mir“, sagt Gorbi lachend.

Fünf neue Mitarbeiter

Aber was macht das Konzept des „Sonderpreis Baumarkts“ so erfolgreich? „Wir sind nach der Insolvenz von Praktiker die einzigen Baumarkt-Discounter“, sagt Gorbi. Das bedeute aber nicht, dass man Ramsch anbiete. „Aber wenn wir beispielsweise Schraubendreher verkaufen, dann nicht von 17 verschiedenen Marken, sondern von einer.“ Er verdeutlicht es mit Lebensmittelmärkten: „Ein Feinkost-Laden und ein Aldi stehen auch nicht in Konkurrenz“ – vielmehr profitiere man eher voneinander. „Wir machen einfach ein weiteres Angebot zu ­arrivierten Märkten.“

Zudem werbe der „Sonderpreis Baumarkt“ mit dem Slogan „...da wo die Schraube wohnt“ – denn Schrauben in allen Ausführungen verkauft der Markt als lose Ware zu Kilo-Preisen – das sei ein deutliches Unterscheidungsmerkmal. Neu in Kirchhain sei, dass das Kleineisen- und Schraubensortiment um rund 20 Prozent erweitert worden sei – um „Problemlöser“, wie etwa eine Einschlaghilfe für Bodenhülsen – erstmals in einem „Sonderpreis Baumarkt“ in Deutschland.

Fünf neue Mitarbeiter hat Gorbi in Kirchhain eingestellt, „die müssen nicht unbedingt Baumarkt-Erfahrung haben, denn die Beratung ist bei uns nicht das große Thema. Der Kunde ist heute durch das Internet teils besser informiert, als wir“, sagt der Inhaber.

von Andreas Schmidt

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