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Hinterland Mann geht mit Axtstiel auf Menschen los
Landkreis Hinterland Mann geht mit Axtstiel auf Menschen los
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00:21 24.02.2019
Das Verfahren gegen einen Mann aus Dautphetal wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung endete nach einem Rechtsgespräch.  Quelle: Arne Dedert
Biedenkopf

Der in einem Dautphetaler Ortsteil lebende Mann war mit schwingendem Axtstiel auf die Besucher der Feier losgegangen. Den 80 Zentimeter langen Stil hatte er zuvor auf dem Grundstück seiner Mutter geholt. Zunächst griff er niemanden an, schlug aber gegen einen Getränkewagen. Dabei ging eine Getränkekiste zu Bruch.

Drei Männer entwaffneten den Angreifer, der sich aber nicht beruhigen ließ und erneut versuchte, Personen anzugreifen. Einer der Männer umklammerte ihn daraufhin von hinten. Der Angeklagte löste sich jedoch, drückte den Mann gegen eine Wand und nahm ihn in den Schwitzkasten. So stand es in der Anklageschrift.

Angeklagter: Gäste hätten sich mit seiner Frau vergnügt

Grund für die Aggressivität des Angeklagten: Er vermutete, dass sich andere Festgäste mit seiner Frau und seiner Stieftochter vergnügten. Er hatte zuvor das Fest verlassen, um seinen Hund auszuführen. Unterwegs telefonierte er mit seiner Frau. Sie habe ihm aber nur noch „lallend“ geantwortet, erklärte er vor Gericht. Er habe versucht, weiter mit ihr zu telefonieren.

Nach einem erneuten Anruf habe sich eine männliche Stimme am Telefon seiner Frau gemeldet, die ihm mitgeteilt hätte, er solle sich keine Sorgen machen, sie hätten Spaß mit seiner Frau. Der Angeklagte nahm an, dass die Gruppe seine Frau zum ­Alkoholgenuss animiert hätte. Wegen der Einnahme von Medikamenten durfte die Frau aber nichts trinken.

Der Mann sei deshalb mit dem Axtstiel zum Feuerwehrhaus gerannt. Weil er weder seine Frau noch seine Stieftochter angetroffen hatte, habe er aus Wut gegen eine ­Getränkekiste geschlagen.

Genauer Tathergang blieb buchstäblich im Dunkeln

Anschließend habe er auf dem Rückweg ein Gespräch mit ­einem der Festbesucher geführt. Dann sei ihm jemand auf den Rücken gesprungen. Er habe diesen Angreifer abschütteln können, man habe ihm den Axtstiel entrissen und ihm damit einen Schlag auf das Knie verpasst. Danach sei er von mehreren Männern zu Boden geworfen worden, berichtete der Angeklagte.

Mehrere Zeugen bestätigten hingegen die Anklageschrift. Der Mann sei in bedrohlicher Haltung auf den Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus gelaufen. Allerdings sei eine genaue Schilderung des Tathergangs wegen der Dunkelheit kaum möglich. Durch den Angriff wurde eine größere Polizeiaktion ausgelöst: Der Anrufer, der den Notruf ­absetzte, hatte den Axtstiel als Gewehr interpretiert.

Bei einem Rechtsgespräch einigten sich die Richterin, Staatsanwalt Nicolai Wolf und Verteidiger Rechtsanwalt Thomas Strecker darauf, dass der Angeklagte eine Geldstrafe in Höhe von 1.800 Euro zahlt. Das Geld muss der Angeklagte an die hessische Feuerwehrstiftung überweisen. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

von Erich Frankenberg