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Auch in Herzhausen bildet sich Widerstand

Windkraftanlagen Auch in Herzhausen bildet sich Widerstand

Noch bevor die Gemeindevertreter über den Tagesordnungspunkt „Meldung von Potenzialflächen für regional erzeugte Energien im Gemeindegebiet Dautphetal“ debattierten, verlas Bürgermeister Bernd Schmidt am Montagabend ein Schreiben von Herzhäuser Bürgern an den Gemeindevorstand. Darin wird erheblicher Widerstand gegen die Errichtung von Windkraftanlagen in dem südöstlich von Herzhausen vorgesehenen Gebiet angekündigt und zudem eine Bürgerversammlung gefordert sowie die Planungen nicht voranzutreiben.

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Die Karte zeigt die vier Potenzialflächen, die von der Gemeinde Dautphetal für den Teilregionalplan „Energie-Mittelhessen“ dem Regierungspräsidium in Kassel gemeldet wird.

Quelle: Gemeinde Dautphetal

Dautphe. Das steht im Widerspruch zur Aussage von Amtsleiter Hermann Henkel, als dieser im Haupt- und Finanzausschuss berichtete, dass es bei der Vorstellung der Gebiete in Dautphe, Buchenau und Herzhausen „wenige kritische Anmerkungen gegeben hat“.

Danach hat sich aber anscheinend einiges getan. Die Zuhörer am Montagabend, etwa 12 Herzhäuser verfolgten die Sitzung, gehen jedoch davon aus, dass rund 50 Prozent der Dorfbevölkerung gegen Windkraftanlagen auf den Anhöhen südöstlich des Ortes sind. Uneingeschränkt dafür seien die rund 30 Eigentümer von Waldparzellen auf den Anhöhen. Die Ortsbeiratssitzung wird als „abenteuerlich“ bezeichnet, man habe nicht gewusst, worum es geht. Zudem sei nicht über die Ortsrufanlage auf die Sitzung hingewiesen worden, weshalb wenige Herzhäuser anwesend waren.

Man wolle sich am Montag erneut treffen und das Vorgehen beschließen. Wahrscheinlich werde eine Bürgerinitiative gegründet, wozu fachlicher Rat aus Holzhausen eingeholt werden soll. Die Gemeinde stürze sich auf einen kleinen Ortsteil. „Wir haben hier aber nur eine intakte Ortsgemeinschaft und die Landschaft rund um das Dorf herum.“ So die Stimmen aus der Gruppe, die noch keinen offiziellen Sprecher hat.

Die Gemeindevertreter begrüßten den Wunsch nach einer Bürgerversammlung. Man wolle die Bürger mitnehmen, sagte Dr. Horst Falk, CDU-Fraktionsvorsitzender, die Bürger sollen frühzeitig beteiligt werden und man wolle die Planungshoheit nicht aus der Hand geben, bemerkte der FW-Fraktionschef Michael Honndorf. Es müsse jetzt gesagt werden, welche Flächen Dautphetal will, bevor man sie irgendwann von Außen aufgedrückt bekäme, ergänzte Joachim Ciliox, SPD-Fraktionsführer. Anschließend wurde der Vorschlag des Gemeindevorstand einstimmig befürwortet.

Die Meldung der Flächen an das Regierungspräsidium (RP) Gießen habe jedoch keine Sperrwirkung bis zur Aufstellung des Teilregionalplans, erklärt RP-Sprecherin Ina Velte auf OP-Anfrage. Wenn die Gemeinde verhindern wolle, dass ein Investor einen Bauantrag nach „Bimsch“ stelle, so können sie das zum Beispiel durch eine Veränderungssperre verhindern.

Folgende Flächen im Gemeindegebiet meldet Dautphetal auf einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung dem RP in Gießen für die Aufstellung des Teilregionalplans „Energie-Mittelhessen“:

- nordwestlich von Dautphe an den Gemeindegrenzen zu Breidenbach und Biedenkopf,

- südöstlich von Herzhausen an der Gemeindegrenze zu den Gladenbacher Stadtteilen Sinkershausen und Diedenshausen,

- zwischen Allendorf und Herzhausen/Damshausen,

- nördlich von Buchenau an den Gemeindegrenzen zu Biedenkopf-Katzenbach und Wetter-Treisbach/Warzenbach,

nder Weißenberg in den Gemarkungen Dautphe und Silberg laut Beschluss der Gemeindevertretung vom 20. Juni 2011.

von Gianfranco Fain

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