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Auch Geizhälse werden geschwärzt

Silvesterbrauch Auch Geizhälse werden geschwärzt

Etwa 50 Bellmänner ließen am Silvestertag einen alten Brauch in Buchenau wieder hochleben und zogen lärmend und bettelnd durch die Straßen.

Buchenau. Wenn es morgens in Buchenau knallt und Böllerschüsse ertönen, weiß man: Die Bellmänner sind wieder unterwegs. Jedes Jahr am Silvestertag toben vermummte Gestalten durch den Ort, jagen hinter Kindern her und malen Jung und Alt mit Schuhcreme an. Hinter den alten Lumpen, Kleidern und Kostümen stecken die Mitglieder der Burschenschaften Damm und Muth aus Buchenau. Sie ziehen durch die Straßen des Dorfes, gehen von Haus zu Haus und bitten um kleine Spenden wie Eier, Speck, Bier oder kleine Geldbeträge.

Die heutigen „Bellmänner“ erinnern damit an frühere Zeiten, wenn Bettler und Landstreicher durch die Dörfer zogen und bei den Bauern um Lebensmittel baten. In Buchenau ist daraus ein Silvesterbrauch geworden, der seit vielen Jahren Tradition hat und von den beiden Burschenschaften gepflegt wird. Für viele Kinder ist es ein aufregender Spaß, vor den zerlumpten Gestalten wegzulaufen, für manch andere ein Grund nicht aus dem Haus zu gehen. Nicht nur im Dorf, sondern auch auf der Ortsdurchfahrt - der B 62 - treiben die Burschenschaften ihr Unwesen. Dabei kommt es vor allem bei Auswärtigen, die diesen besonderen Brauch nicht kennen, zur Verwunderung. Die Burschenschaften Damm und Muth um den Vorsitzenden Simon Simtshäuser und Lars Heerdegen waren mit 50 Bellmännern auf zwei Touren im Dorf unterwegs.

von Carolin Acker

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