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Auch Gartenarbeit ist eine Hilfe

Partnerschaftsprojekt Auch Gartenarbeit ist eine Hilfe

„Alt hilft Jung - Jung hilft Alt“, so heißt das neue Projekt in der Großgemeinde Bad Endbach, mit dem Dorfgemeinschaften gefördert und Generationen zusammengeführt werden sollen.

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Junge Menschen können nach der Idee von Heinrich Böth bei der Aktion „Alt hilft Jung – Jung hilft Alt“ unterstützen.

Quelle: Kai Remmers

Bad Endbach. „Es geht um ein Nehmen und Geben, um gegenseitige Hilfe“, betont Heinrich Böth, Ortsvorsteher von Bad Endbach. Vor einiger Zeit hatte er die Idee der Nachbarschaftshilfe, die als Projekt in den acht Ortsteilen der Großgemeinde Bad Endbach umgesetzt werden soll.

„Mir fiel die steigende Anonymität in den Dörfern und der schwierige Umgang der verschiedenen Generationen miteinander auf“, erklärt er. „Da begann ich über Bürgerhilfe nachzudenken.“ Darunter versteht er eine gegenseitige Hilfe und Unterstützung unter Bürgern ohne Bezahlung.

Wie das konkret aussehen könnte, erläutert Böth anhand eines Beispiels: „Eine alte Dame erhält Unterstützung von einem Jugendlichen, der ihren Rasen mäht, weil es ihr selbst körperlich nicht mehr möglich ist. Im Gegenzug hilft sie ihm bei den Hausaufgaben.“

Demnach könne ein Hilfesuchender zugleich auch Helfender sein. Das ist Böth wichtig, hervorzuheben, denn er weiß aus Gesprächen mit Vereinen oder Netzwerken, die solch ein Projekt bereits umgesetzt haben, dass es vielen Menschen schwer falle, um Hilfe zu bitten, beziehungsweise Hilfe anzunehmen.

Daher braucht es für die Umsetzung solch eines Angebots nicht nur viel ehrenamtliches Engagement, sondern auch Geduld. Aktuell wird eine Bedarfsanalyse erstellt. Im Bad Endbacher Mitteilungsblättchen „Oi Bleedche“ sowie in den Kirchenblättchen wird auf das Projekt aufmerksam gemacht und eine Liste veröffentlicht, in der sich Helfer und Hilfesuchende mit ihren Hilfsangeboten beziehungsweise Unterstützungswünschen eintragen können.

„Wir müssen erst einmal feststellen, wo es Bedarf gibt, und wie viele Menschen Hilfen anbieten“, erklärt Böth.

Die Bedarfsermittlung soll zwischen Juli und August abgeschlossen sein. Danach soll es eine Bürgerversammlung geben, um über das weitere Vorgehen zu informieren. Außerdem werden dazu sämtliche professionellen Dienste der Umgebung eingeladen, um sich mit diesen abzustimmen.

„Wir tauschen uns mit ihnen aus, um zu berücksichtigen, wo die Grenzen der Nachbarschaftshilfe sind“, sagt Böth.

Vorrangig soll Mitbürgern jeden Alters bei der Bewältigung alltäglicher Probleme praktisch geholfen werden. Dazu gehören Besuchsdienste an Wochentagen und am Wochenende, um beispielsweise der Einsamkeit von älteren Alleinlebenden entgegenzuwirken.

Auch die Begleitung bei Behörden- und Arztbesuchen oder Einkaufshilfe sind Dienste, die das Projekt anbieten möchte. Ebenso könnten pflegende Angehörige, Alleinerziehende oder berufstätige Eltern entlastet werden, indem sich Personen anbieten, zeitweilig die Aufsicht erkrankter oder behinderter Personen sowie von Kindern und Jugendlichen zu übernehmen. Kleine Reparaturarbeiten in Haus und Garten stellen ebenfalls Hilfsmöglichkeiten dar.

Für die weitere Planung sei es Böth zufolge notwendig, viele Gespräche zu führen,etwa mit politischen und christlichen Gemeinden, Vereinen und anderen örtlichen Gruppen. Der bisherige Austausch mit der Schulleitung Hartenrod, Kirchengemeinden und Freien evangelischen Gemeinden fielen laut dem Ortsvorsteher positiv aus.

Auch mit dem Hinterländer Netzwerk Nachbarschaftshilfe, einem Projekt des Diakonischen Werkes Biedenkopf-Gladenbach zur direkten und persönlichen Unterstützung in verschiedenen Lebenslagen, hat er sich bereits in Verbindung gesetzt. An der Struktur dieses Projektes, das auf bürgerschaftlichem Engagement in Breidenbach beruht, möchte Böth sich gern orientieren. Ebenso strebt er eine Kooperation mit dem Hinterländer Netzwerk an, doch genaueres muss noch besprochen werden.

Am wichtigsten ist es dem Initiator zunächst, dass sich genügend Bürger melden, die an dem gegenseitigen Hilfe-Austausch Interesse haben.

n Hilfesuchende und ehrenamtliche Helfer können sich mit der Verwaltungsmitarbeiterin Cornelia Trapp-Rink, Telefon 02776/80150, in Verbindung setzen.

von Simone Schwalm

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