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Arbeit mit Pferd schont den Boden

Ökologisch traditionell Arbeit mit Pferd schont den Boden

Er bildet Rückepferde aus und setzt auf ökologische hochwertige Methoden bei Holz-Aufarbeitung: Tradition und Umweltverträglichkeit in Einklang zu bringen ist das Ziel von Uwe Weil, Inhaber eines gleichnamigen Agrar-Services im Bad Laaspher Ortsteil Fischelbach.

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Uwe Weil beim Arbeitseinsatz mit Wallach Domino.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Fischelbach. Uwe Weil setzt bei der Waldarbeit auf den kombinierten Einsatz von Forstmaschinen und seinen Pferden aus der eigenen Zucht. Der 47-Jährige geht davon aus, dass in der Forstwirtschaft das Interesse an ökologisch hochwertigen Arbeitsmethoden, wie etwa dem Holzrücken mit Pferden, wächst.
Nach dem Orkan „Kyrill“ im Januar 2007 standen viele Waldbesitzer vor der Herausforderung, schnellstmöglich große Mengen an Sturmholz aus ihren Wäldern zu schaffen, um es auf den Markt zu bringen. Im Wettlauf gegen Preisverfall und Borkenkäfer kamen damals schwere Geräte zum Einsatz, wie etwa die als „Harvester“ bezeichneten Vollernter.
Ein Vorgehen, so Weil, zu dem es für viele Waldbesitzer angesichts des zeitlichen und wirtschaftlichen Drucks zunächst kaum Alternativen gegeben habe, das aber Folgen wie Bodenverdichtung und Wurzelschädigungen nach sich zog.
Die Arbeit mit Pferden sei natürlich zeitaufwendiger aber sie sei eine Methode mit nachhaltigem Nutzen. Keine, um auf die Schnelle vergleichbar große Mengen an Sturmholz zu rücken. Aber eine Methode, die fast keine Spuren hinterlasse, keine Unebenheiten im Boden, keine geschädigten Wurzeln, keine Bodenverdichtung. Dass Pferde langsamer arbeiten, mache es Pferderückern nicht leicht, sich auf dem Markt zu behaupten. Anders als Waldmaschinen hätten sie auch keine Lobby. „Pferde sind nun mal keine Maschinen, die man produziert. Deshalb hängen daran auch keine Arbeitsplätze.“
Darüber hinaus seien Haltung und Ausbildung eines Rückepferdes nicht mit der Wartung einer Waldmaschine zu vergleichen. Das Training sei sehr zeitintensiv und müsse regelmäßig betrieben werden. Wenn ein Pferd auf die Befehle „hare“ (links), „heut“ (rechts), „hü“ (stehen), „br“ (ziehen) gehorche, dann genüge das allein noch nicht, um Arbeitsprozesse fließend zu gestalten. Bestimmte Situationen müssten eingeübt werden, erklärt Weil.
So etwa die Bewältigung von Hindernissen. Nicht nur Zugkraft werde den Pferden bei der Waldarbeit abverlangt, sondern auch geistige Anstrengungen.
Anders als in früheren Zeiten hätten Pferde heutzutage ihre Aufgabe erfüllt, wenn die Arbeit im Wald beendet sei. „Früher hatten Pferde anschließend noch den Holztransport bis zum nächsten Sägewerk zu bewältigen.“ Verändert hat sich auch die Arbeitsweise des Pferderückers. „Heute ist es normal, die Pferde von hinten zu steuern.“ Für die Pferde und den Rücker sei dies sicherer. Die Pferde könnten auf diese Weise den Weg voraussehen, der Pferderücker sei außer Gefahr, falls die Pferde einmal in Aufregung gerieten. Nur in Bayern sei es mancherorts noch üblich, die Pferde von vorn zu führen. Derzeitiger „Auszubildender“ bei Uwe Weil ist das Rheinisch-Westfälische Kaltblut „Domino“. Der fünfjährige Wallach hat außerdem schon Erfahrung als Kutschpferd gesammelt. Bereits viermal tat er Dienst mit seiner dreijährigen Kollegin Wendi.

von Björn-Uwe Klein

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