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Hinterland Ansturm auf die Lehrstellen im Landkreis
Landkreis Hinterland Ansturm auf die Lehrstellen im Landkreis
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20:14 01.04.2011
Felix Faulhaber, Auszubildender zum Maler und Lackierer im zweiten Lehrjahr, verteilt Kleister auf einer Tapete. Viele Lehrstellen für Maler und Lackierer sind derzeit noch frei. Quelle: Archivfoto

Marburg. Das waren 33,5 Prozent mehr Bewerber für Berufsausbildungsplätzen als im Vorjahreszeitraum, wie die Marburger Arbeitsagentur mitteilt.

Zugleich gab es 1.193 Meldungen für Lehrstellen. „Das entspricht einem Plus von 6,3 Prozent“, sagt Volker Breustedt, Leiter der Agentur für Arbeit Marburg. Hessenweit gebe es sogar ein Plus von 19 Prozent bei den neu gemeldeten Ausbildungsplätzen.

Den Grund für den Ansturm von Jugendlichen auf den Ausbildungsmarkt sieht Breustedt bereits in den Vorboten der verkürzten Schulzeit für Gymnasien, des sogenannten G8-Systems, und im Wegfall der Wehrpflicht. „Viele junge Männer wollen jetzt direkt eine Ausbildung machen, der Weg über Wehr- und Zivildienst fällt weg“, erklärt der Arbeitsagenturleiter. Das Verhältnis von Berufsausbildungsplätzen je Bewerber habe sich dementsprechend im Vergleich zu den beiden Vorjahren (0,93 und 0,96) deutlich verschlechtert auf 0,74 Lehrstellen je Bewerber.

„In den nächsten Jahren wird sich dieses Verhältnis weiter verschlechtern, bevor es wieder besser wird“, schildert Breustedt seine Befürchtungen für die Zukunft. Dennoch sei er froh, dass sich der Ausbildungsmarkt so belebt habe.
Derzeit gibt es die meisten freien Lehrstellen im Bereich der Fertigungsberufe und im Dienstleistungssektor. Ende März waren insgesamt 1.012 Bewerber im Bereich der Agentur für Arbeit Marburg noch unversorgt und 709 Ausbildungsplätze unbesetzt.

von Katharina Kaufmann

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